… and I feel good …

It’s a new dawn, it’s a new day, it’s a new life – naja so ähnlich. Kennt ihr Avenger Duck? Bei uns in Deutschland kennt man ihn als Phantomias, den etwas tollpatschigen Retter der Schwachen – gut, es ist schon Jahrzehnte her, dass ich Disney-Comics gelesen habe, aber heute, da fühlte ich mich als hätte ich ein schwarzes Cape, eine Avenger-Duck-Maske und einen schicken Avenger-Duck-Anzug mit dicken Turnschuhen. Und es tat gut!

Ich war heute fleißig, habe mich endlich an ein Stück Wäsche getraut, das da schon lange vor sich hinstank und gammelte. Die Gelegenheit war gut. Ich habe es begutachtet – lange schon war ich im Begriff , etwas daran zu ändern, es aufzuarbeiten, endlich einen Abschluss zu finden. Und heute war also dieser Tag, als das Wäschstück vorwitzigerweise aus dem Wäscheberg lugte und ich quasi darüberstolpern musste. Ich habe abgerechnet. Und zwar allein, meine Waschfrau hat sonntags frei. Es war … befreiend. Es geschah souverän. Es war Avenger Duck, vielleicht körperlich nicht allzu stark, dafür rhetorisch um so mehr. Diesen Kampf habe ich gewonnen, habe mich von diesem verlausten stinkigen Kleidungsstück getrennt und – ich fühle mich gut dabei. Es war so nötig. Und es war so gut, dass ich es so lange habe liegen lassen. Meine Gedanken haben sich bis zum heutigen Tag, an dem sich die Gelegenheit bot, soweit selbständig formuliert, so dass es am Ende eigentlich klar war, wer hier gewinnen wird. Yes.

Das absolut passende Lied für den heutigen Tag:

It’s a new life. Der erste, nein, die ersten Schritte sind getan. Die neue Haarfarbe ist schmückendes Beiwerk. Good bye blonde. Ab heute trage ich Avenger Duck bei mir.

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„Buon Giorno Principessa!“

Seit einiger Zeit höre ich zu jeder Gelegenheit einen Klassik-Radiosender. Leichte Unterhaltung, vieles wiederholt sich, und hin und wieder gibt es auch schöne Filmmusik aus bekannten Filmen. Nicola Piovani hat den Soundtrack zu Roberto Benignis „Das Leben ist schön“ komponiert, und ein Stück daraus lief eben kürzlich im Radio.

Ich liebe diesen Film. Ich liebe die Musik. Ich habe eine unglaubliche Gänsehaut bekommen, als ich das Stück wiedergehört habe. Eigentlich kann und will ich kaum viele Worte verlieren über Roberto Benignis Werk aus dem Jahr 1997 –  eine anrührende Liebesgeschichte zwischen dem jüdischen Guido und seiner „Principessa“, Dora, während der Faschismus in Italien auf seinen Höhepunkt zusteuert.

Daher gibt es an dieser Stelle dieses wunder-wunderbare Stück aus dem Film, „Buon Giorno Principessa“.

Den ganzen Soundtrack von Nicola Piovani zu „La vita è bella“ mit einigen Sequenzen aus dem Film gibt es hier. … Genug der Worte, irgendwie stellen sie mich heute so gar nicht zufrieden. Lieber anhören und fühlen. Und natürlich bei Gelegenheit den Film anschauen.

¿Qué pasa?

Was geht? Viel geht, vor allem viel in meinem Kopf herum. Am Wochenende saß ich geschlagene vier Stunden zwischen Ordnern und losen Blättern und habe meine Steuerunterlagen zusammengesucht. Fiese Sache, die Steuererklärung, jeder muss, jeder hasst es. Jetzt noch einen Termin bei der Steuerberaterin, weg mit dem Zeug, aus meinen Augen, aus meinem Kopf.

Weitere Überlegungen zur Lebensneugestaltung: Bildungsurlaub. Bisher habe ich das nie genutzt, auch niemand sonst von meinen Kollegen. Wenn man in so einer Firma wie meiner arbeitet, hat man ständig das Gefühl, sich unauffällig umgucken zu müssen, ob einem nicht gerade jemand einen Dolch in den Rücken stößt. Sagen was man denkt? Wähle deine Worte weise, sie könnten, nein, sie werden gegen dich verwendet werden. Alle fürchten, sich mit Forderungen selbst ins Aus zu befördern – selbst wenn sie Anspruch darauf haben. Soweit die Aussichten. Soweit der Plan: Zwei Wochen Sprachkurs in Barcelona, zuvor Bildungsurlaub ins neue Jahr übertragen und beim Chef mal anklopfen, was er davon hält. Gut, das weiß ich bereits, nichts nämlich, aber kann mir das nicht eigentlich egal sein? Kann er mich nicht ohnehin mal kreuzweise?

Aber was anderes, könnte ich das? Zwei Wochen Spanien ohne eine bekannte Menschenseele? Ich habe mich über Jahre hinweg eingeigelt, bin immer den leichtesten Weg gegangen und um alle Hürden herumgeschifft. War auch so aufregend genug. Würde ich das also schaffen? Eigentlich … eigentlich ist nichts dabei. Wirklich nicht. Und trotzdem hab ich jetzt schon Bammel, obwohl noch nichts entschieden ist. Aber ich habe auch so ein dumpfes Gefühl, dass ich es tun muss, um weiterzukommen. Nicht wegen meiner auffrischungsbdürftigen Spanischkenntnisse. Einzig um mir selbst zu beweisen: Ja, du schaffst das. Und zwar ganz allein. Und das sollte mir den Mut geben, auch andere Dinge anzugehen, ebenfalls ganz allein. Nicht immer nur warten, was passiert. Es selbst passieren lassen. Ich lebe nur das eine Mal, und dieses eine Mal muss ich Barcelona gesehen haben.

Heute hätte übrigens Jimmy Hendrix seinen 70. gefeiert. Happy Birthday!