Risse

Nach dem Telefonat wiegt er sein Handy noch eine Weile in der Hand und blickt in die Ferne. Das Display hat Risse. Ein halbes Jahr alt war es, als er es aus Unachtsamkeit auf den Asphalt fallen ließ. Das passiert eben. Es funktioniert ja noch, und in ein paar Monaten holt er sich ein neues. Über das alte mit dem rissigen Display freut sich bestimmt noch jemand, wenn er es billig verscherbelt. Macht er immer so. Und wenn es keiner haben will, vertickt er es eben im Internet, da kann man immer noch was rausholen. Er hat seine Leute dafür.

Nach dem Gespräch steigt er in sein Auto und fährt nach Hause. Er blickt in die Ferne. Wieder einmal die Kurve gekriegt. Relativ früh hatten sich erste Risse gebildet, aus Unachtsamkeit. Das passiert eben. Aber nichts, was man mit Worten und Beteuerungen nicht wieder kitten könnte. Es funktioniert ja noch. Und so ist er eben. Er hat seine Leute, und die wissen das. Was sollten sie auch ohne ihn machen? Sie brauchen ihn, ganz klar. So ein bisschen Unachtsamkeit und die paar Risse!

Nach seiner Nachricht schaltet er das Handy aus. Er blickt in die Ferne. Endlich hat er sich Luft gemacht. Ob die anderen die Risse nicht bemerkt haben? Ob sie ihnen egal sind? Immer tiefer, immer breiter wurden sie, und niemand hat sich mehr darum gekümmert, wie sonst. Es funktioniert so nicht. Er dachte, er hätte seine Leute dafür. Wie unachtsam sie sind! Risse im eigenen Herz fühlen sich ganz plötzlich viel schlimmer an als anderswo. Der Kitt aus Worten und Beteuerungen bedeckte nur die Oberfläche. Was, wenn es dieses Mal irreparabel ist? Er braucht sie doch, ganz klar. Was sollte er denn ohne sie machen?

Federn und Klinge

Ein roter Punkt im Nichts

„Ganz schön ungerecht ist die Welt“, denke ich, als ich versuche, meinen kleinen Kahn durch die hohen Wellen der schwarzen See zu manövrieren. „Ganz schön ungerecht. Immer hänge ich zu allen Tageszeiten die Laterne an den Bug, damit jeder sieht: ‚Ah, da vorne gibt’s Halt, da kann man mal anlanden und sich’s gemütlich machen.‘ Und wenn ich selbst ein wenig Land gebrauchen könnte – keine Laterne in Sicht. Sogar der große Leuchtturm hat sich umgedreht und hält sich die Augen zu. Echt, so was Ungerechtes.“

Aber der Reihe nach. Man mag sich fragen, was ich da schon wieder mache, allein draußen auf der schwarzen See. Aber bin ich dort nicht schon immer, immer wieder? Mein Leben, mein Element, das Meer. Natürlich träume ich vom Landgang, natürlich werfe ich ab und an mal den Anker, um wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Aber lange halte ich es da nicht aus. Warum eigentlich? Weil ich keinen festen Ankerplatz habe. Dort, wo ich mich niederlasse, fängt nach einiger Zeit alles an zu bröckeln, kleine und größere Landmassen, die das Meer verschlingt, langsam, stetig. Es zersetzt sich alles unter meinen Füßen, und so setze ich sie wieder in den Kahn, fahre weiter an der Küste entlang. Ich habe nämlich das Gefühl, dass es nur da bröckelt, wo ich gerade bin. Das muss man dem jeweiligen Ankerplatz auch nicht antun, ihn der schleichenden Zerstörung und Zersetzung anheim geben, nur weil unter meinen Füßen alles bröckelt. Ich schippere also zwischen zwei Punkten hin und her, um wenigstens ein bisschen das Gefühl von Heimat zu haben. Eine Strecke, tausendfach befahren, kann auch so etwas wie Heimat sein, bewegliche Heimat, ein Hierundort und ein Sonstnirgends.

Anstrengend wird es, wenn wieder einmal ein Sturm aufzieht. Ich kann mich nirgends festmachen und bin ihm ausgeliefert. Entweder kommt er vom Land und drängt mich von der Küste ab aufs weite Meer oder er klatscht mich gegen die Klippen, wenn er von draußen, vom kalten großen Wasser kommt. Momentan bläst er also vom Land aus, ich sitze in meinem Kahn, irgendwo da draußen zwischen Nichts und Horizont, oben graue Wolken, unten schwarze See, ringsum wassertropfengraue Nebelwand und in der Mitte ich. Die Laterne baumelt noch am Bug, die Kerze ist fast heruntergebrannt. „Ich ersetze sie erst einmal nicht, wenn sie ausgeht“, denke ich. Erst muss ich wieder zurück finden, in meine Fast-Heimat, an meine Quasi-sowas-wie-Landestelle. Es wird dort immer schwerer für mich, den Anker immer und immer wieder aus dem Wasser zu ziehen, wenn er einmal unten ist. An jedem Punkt schlingen sich sogleich die Algen um ihn, überlagert ihn der Sand, als ober er ihn mit seiner dumpfen Umarmung nie wieder loslassen will. Manchmal glaube ich, meine Arme werden das nicht mehr lange mitmachen. Länger und länger werden sie, von Muskelaufbau kaum die Rede, eine nicht wirklich gute Übung, im Gegenteil.

Gerade das könnte mein Problem sein. Ich bin oft so ermüdet von diesem Ankerlassen und Ankeraufziehen, dass ich mich nicht in der Lage fühle, ein Paddel zu nehmen und mich wieder in die Nähe des Hafens – Verzeihung, der Häfen – zu bringen. Ich fühle mich müde, ausgelaugt. Dummerweise habe ich schon wieder vergessen, ein Tau festzumachen, am Bug, dort wo eigentlich die Laterne hängt. Daran könnte ich mich wieder zurück hangeln, zurück auf meine Heimat-Heimatlosstrecke. Die Laterne bringt in der Nebelsuppe auch nichts. Vielleicht Rufen? In alle Richtungen? Vielleicht hört mich jemand und holt mich ab? Aber meine Stimme trägt nichts weiter. Nur ein bisschen Gejammere und Gewinsel, und wer reagiert schon auf sowas? Naja, dann bleibe ich eben still. Strecke mich eine Weile im Kahn aus, mein Kaputzenpulli, ein winziger roter Punkt zwischen Nichts und Horizont, zwischen grauen Wolken und schwarzer See, inmitten einer wassertropfengrauen Nebelwand. Ich lasse mich treiben. Und hoffe, hach ja! Ich hoffe tatsächlich noch, hier, inmitten vom Nichts, dass der vermaledeite Leuchtturmwärter endlich ans Telefon geht. „Von mir wird doch auch erwartet, dass ich meinen Job mache“, werfe ich noch erbost einen Gedanken über Bord in die gluckernde See. Sie lacht. Ich ziehe mir die rote Kaputze über den Kopf und schließe die Augen. Vorerst.

Mein Meer

Es ist immer zu wenig

Immer zu wenig, nie genug. Immer fehlte ein kleines Stück. Und wenn man mir sagte: es ist gut, es ist genug, wusste ich, es stimmt nicht. Worte konnten mir nichts geben, das innere Gefühl war viel zu stark, und der Gedanke hämmerte stets in meinem Kopf: Ich bin nicht genug. Du spürtest das, noch ehe Du wusstest. Es war oft ein Spiel für Dich, ein leichtes. Begriffst Du, was das in mir tat? Ich zweifle.

Aufgabe um Aufgabe, Projekt um Projekt – nie zu langfristig, denn langfristig genug sein, das ist ja ein Albtraum. Beginnen, dann triumphieren  – selten scheitern. Letzteres vermieden, so oft es ging, bis es unvermeidlich wurde. Das Scheitern holte mich ein. Es dauerte lange, bis ich begriff, dass ich schon längst genug war, dass ich nur lernen musste, mir selbst zu genügen. Und Scheitern wurde leichter. Angenehm war es bisweilen, nicht mehr nur der Genüge nachzueifern, sondern sich mit dem zufriedenzugeben, was machbar ist, ohne sich dabei selbst zu geißeln.

Jenen, denen gegenüber ich mich nie genug fühlte, die meine Emotionen einbetonierten und mich so weit in die Tiefe zogen, bis ich mich nahezu lebens- und liebensunwert fühlte, warf ich schließlich aus meinem Leben, solange es noch irgendwie den Namen verdiente, weil ich erkannte, dass nicht ich ihnen, sondern sie mir nicht genug waren. Mich nicht mehr erfüllten. Ich beschloss: ich wollte nie wieder ein Spiegel für die Unzulänglichkeiten anderer sein.

Doch eine Sache pocht und rührt: Was ist mit Dir? Bin ich Dir nicht Vertraute, war ich Dir nie Vorbild genug, als es von mir verlangt wurde? Weil ich mich irgendwann zu scheitern entschloss, mich endlich selbst wahr nahm? Ich dachte, Dein Ziel sei es, mich glücklich zu sehen, Vertraute, Vorbild nun Du, in umgekehrten Rollen? Was willst Du wirklich? Muss ich mehr geben oder weiter scheitern, damit Du zufrieden bist? Nun suche ich das Wort, das mir so lieb geworden, doch Du ziehst das Schweigen vor, Dein emotionaler Beton, eingetauscht gegen Dein Repertoire aus scharfen Wortklingen und spitzer Kritik.  Ich nehme den Spiegel von der Wand meines Herzens, hänge ihn mit dunklen Tüchern ab, denn das ertrage ich nicht. Dass gerade Du mir nicht mehr genug sein könntest.

Lichtbrücken und Dunkelab¦gründe

Und als ich so wanderte, frisch losgelöst von Jahre währendem Ballast, sah ich ein Licht in der Ferne. Ich hob meine Laterne, um zu sehen, wer da ebenfalls wanderte, und du sandtest Lichtsignale zurück. Ich verstand sie, eine ähnliche Frequenz. Wir kommunizierten, meist in der Nacht, denn am Tag überschien die Sonne unser Leuchten. Nicht lange darauf trafen wir uns, am Rande einer kleinen Klippe, nachdem die Lichtkommunikation den Wunsch nach einer Begegnung von Angesicht zu Angesicht stark werden ließ. Zwischen uns, so stellen wir fest, lag eine Kluft, angefüllt mit unerfüllten Sehnsüchten und Träumen. Wir reichten uns die Hände darüber. Dieses Meer wallte auf, als wir unsere Verletzungen und Enttäuschung dazuwarfen; waberte zwischen uns wie eine Gischtwolke, und wir tauchten ein, nicht wissend, ob wir uns darin verlieren und jemals wieder auftauchen würden. Das war uns erst einmal egal.

Was haben wir geredet. Licht- und luftgetragen, alle denkbaren Dinge in unseren Köpfen zusammengeworfen, immer mehr Licht erzeugt. Der Dunst schien sich zu lichten. Und wir begannen eine Brücke über den Abgrund zu flechten aus Worten, Taten, Lachen und Licht. Unsere Basen nun verbunden, rannten wir ein ums andere Mal ausgelassen über die Klippen, zueinander, und wieder zurück. Wie sie schaukelte, die Hängebrücke. Alles war gut, solange wir nicht hinunter schauten. Fuchs sein fetzte wie noch nie. Dein Blick wanderte, suchte Schwachstellen, fand – suchte weder Lösung noch Konsens, sondern verband die Stellen mit mehrlagiger unangezweifelter Akzeptanz. Ich ging souverän und mit geschlossenen Augen über die Brücke, fühlte mich oft stark, oft schwach, doch dein Arm war immer da, an dem ich mich festhalten konnte. Darin fühlte ich mich geborgen, akzeptiert und unterstützt. Das gleiche hoffte ich zu geben.

Einmal ging ich über die Brücke, und sie schwankte und erzitterte. Ich öffnete die Augen und wusste plötzlich nicht mehr, wo ich war. Mir wurde schwindelig. Hoch oben, über dem Abgrund, über dem Meer, auf schwankendem Boden, betrachtete ich meine Basis. Eine Basis, die ich mir geschaffen und erkämpft hatte, teuer, schmerzhaft. Da lag sie, in der Ferne, da stand ich, im Freien, freier Fall. Und meine Höhenangst kehrte auf einen Schlag zurück. Zurück zur Basis! schrie meine Panik. Doch zu welcher? Das Hin- und Hergeschaue trug nicht gerade zur Verbesserung bei, also schloss ich irgendwann die Augen und – rannte los. Als ich erwachte, lag ich am Abgrund. Ich war mit ausgebreiteten Pelikanflügeln gegen die Pfeiler meiner Basis geflogen, abgeprallt, gestürzt. Die Brücke hinter mir zerbarst, mit einem einzigen lauten Seufzer. Der Winter kam plötzlich. Viel zu schnell. Aber rate man mal jemandem mit Höhenangst, nicht panisch zu werden, langsam zu machen und die Herzfrequenz niedrig zu halten, wenn man ihm vorher erlaubt hat, überall hinzurennen und den Puls zu pushen, wann immer sich die Möglichkeit dazu ergibt.

Im Wachtraum dringen Worte zu mir. Worte aus meinem Mund, die ich hinüber rufe, und die sich derart grenzdebil anhören, dass ich sie mir am liebsten verbieten möchte. So sinnlos, das alles. Mein Nacken schmerzt. Die Augen brennen. Mein Herz – wo ist das überhaupt? Hatte ich denn eins? Das fragst du dich zurecht. Und das tut weh. Dass es weh tut, lässt mich wissen, dass ich eines habe. Aber vielleicht behalte ich das lieber für mich. Es ist wahrscheinlich einfacher, loszulassen, wenn man sich verraten fühlt. Ob das nun so ist oder nicht. Lieber einen guten Schuss Wut auf die blöde Bitch, die Brücken flicht aus Worten, Licht und Sehnsucht, und sie vorwarnungslos wieder kappt mit ihrer offensichtlich destruktiven Selbstverwirklichungsrumspinnerei, als die Aussage verstehen zu müssen: „Ich habe Höhenangst“.

Sphinxgedanken

Tränen am Weihnachtstag. Willkommen zur ultimativen Tränendrüsenjahresüberproduktionsperiode. Rührung in der Stillen Nacht. Vermissen derer, die fehlen, ob tot oder lebendig. Vermissen des Gefühls, das doch immer da war, wenn die Kerzen brannten und die roten Kugeln am Plastikbaum selig den schönen Schein wiedergaben. War es immer da? War es nicht so, dass es Jahr um Jahr immer mehr verblasste? Dass das Weihnachtsherzweitgefühl immer mehr der Hektik und der Furcht gewichen ist? Furcht vor dem, was kommt: streiten wir uns wieder unterm überschmückten Christbaum, jede Kugel, jeder Anhänger ein Betäuben des Eindrucks von Weihnachtsheuchelei? Nervt Schwiegeroma, weil ich es nicht schaffe, den ganzen verdammten Abend zu lächeln, sondern mich hin und wieder, wenn ich mich unbeobachtet fühle, zurückziehe in mich selbst, meinen Körper in Gedanken verlasse und am Sandstrand Muscheln suche, allein in der Südseesonne? Werden Hund und Katz und Kind wieder den Baum zu Fall bringen und die üblichen zwei bis acht Glaskugeln zersplittern lassen? Tränen zwischen zerknülltem Geschenkpapier.

Herausgewachsen. Abgestreift. Des Gefühls der Weihnachtspanik entledigt, freiwillig und bei vollem Bewusstsein. Nix zu vermissen. Oder? Warum laufen die Tränen trotzdem und lassen sich nicht stillen? Das Emotionskonto ist voll, ich habe dieses Jahr gespart, gespart und nichts davon ausgegeben, alles zurückgehalten. Und nun läuft es über, pünktlich zu Weihnachten, wie passend. Wo das Fest der Liebe doch Emotionen ausdrücklich fordert und fördert.

Gutes Timing, Amtsgericht, den Scheidungstermin zum 24. Dezember zu verschicken. Ich meine, wessen Herzenswunsch ist das nicht? Tolle Aktion, sogenannter bester Freund, mich per Handynachricht zusammenzufalten und mir verbal in den Hintern zu treten, ich soll es künftig unterlassen, Weihnachtspäckchen zu verschicken. Einleuchtendes Argument, Freunde hätten sowas nicht nötig (und gefallen hat’s ihm darüber hinaus auch nicht). Aber ja, das muss Freundschaft sein, nur gute Freunde sind in der Lage, sich übers Jahr immer wieder so schwer zu verletzen, bis dass der Schwächere am Weihnachtstag von früh bis spät mit Tränen in den Augen und einem Messer im Herzen rumläuft. Ein großes Dankeschön, verdammt, wie hab ich das Gefühl vermisst! Gelockt werden bis auf Reichweite, um dann wieder weggestoßen zu werden, das macht dir Spaß, nicht wahr? Elender Emotionskrüppel, ich habe genug von euch Austernmenschen. Steck’s dir sonstwohin. Ach nein, da steckt ja schon der Stock, mit dem du geboren wurdest …

Gäbe es nicht auch Menschen, die mich tatsächlich schätzen, wie ich bin, ich hätte aufgeben wollen. Mich wieder zurückgezogen hinter den Vorhang. Mich als Sphinx überlebensgroß vor meinem Herztempel postiert und darüber gewacht, dass niemals wieder jemand Zutritt erhält, mit kalten Augen und steinernem Lächeln verteidigt, bis mich Sand, Wind und Zeit selbst zu einem Häuflein Sand korrodiert haben. Dabei habe ich noch Glück, kann meine überlaufenden Emotionen in Worte fassen und sie niederfließen lassen, bis sich der Herz- und Hirndruck soweit abgebaut hat, dass ein Lächeln wieder möglich ist. Ein schiefes, aber immerhin ein unversteinertes. Und so sitze ich am Küchentisch, wisch mir immer wieder die Tränen aus dem Gesicht und packe Päckchen. Für die Familie, für Freunde, und schreie den Gedanken, ob ich es nicht mal wieder übertreibe, mit einem lauten „Ich will es aber so!“ nieder.

Herzen heilen. Irgendwann. Narben sind eine Zier. Ich trage sie mit Stolz.

Wortstrom: Für Dich*

Da draußen öffnest du gern deine Austernschale und lässt deine innere Perle erstrahlen, oh, wie sie leuchtet, so schön, so sanft … Und doch verschließt du dich vor meinem Blick. Ich will dir deine Perle nicht rauben, nicht mal anfassen möchte ich sie, wenn du das nicht willst. Ich will sie nicht besitzen, nur, bitte! Lass sie mich sehen, ich sehne mich so sehr danach ihren warmen Glanz zu spüren. Bitte! Lass mich der Mensch sein, der sie schauen darf. Lass mich Anteil an dieser Wärme haben, die du so bereitwillig verteilst an all die anderen da draußen, und mir dabei sagst, so beiläufig und doch so ernstlich: du willst nur mich – und dich im selben Atemzug wieder vor mir verschließt, bis nur noch Dunkelheit von deinen Lippen rieselt. Ich tu ihr doch nichts, ich flehe dich an, strahle auch auf mich, lass es mich doch spüren, was deine Lippen mir sagen und deine Worte, die aber so hohl klingen, so hohl, weil du keinen Glanz hineinlegst.

Ich durfte kosten, nur ein winziges Stück, ein Zeigefingerspitzchen voll süßer Sahne hieltest du mir hin, von einem traumhaften Dessert. Vor mir, so wunderschön, perfekt nehme ich dich mit all meinen Sinnen wahr, aber du verschließt dich. Nicht einfach unter Zellophanpapier, nein! Unter einer festen Glaskuppel sitzt dein Herz und sperrt mich aus. Bewundern darf ich dich, nur niemals berühren. Wovor hast du Angst?

Siehst du nicht? Ich prostituiere mich vor dir! Ich rutsche auf Knien und lege dir mich, mein Herz, mein Leben gar zu Füßen! In Erniedrigung bettle ich doch nur um etwas Lohn, ein Stückchen Brot, das mich am Leben hält. Das Leben, das ich dir schenkte, das sich mit dir geformt, um dich herum gebogen hat. Du Auster, du glasverschlossene Köstlichkeit, erhöre mich! Ich präsentiere dir mein Herz auf einem Silbertablett, ich hab es mir selbst aus der Brust gerissen, für dich, es schlägt noch und blutet, und du siehst nicht einmal hin! Nicht einmal der blutigste Schrei entlockt dir die leiseste Reaktion.

Man sagt doch: Geben… geben und nehmen, aber mir scheint, ich gebe, gebe, gebe und du – nimmst nicht mal und gibst auch nichts. Ich bin so verzweifelt, ich bewerfe dich schon mit meiner Liebe und du weichst aus! Die Zielscheibe steht zu weit entfernt, als dass ich dich jemals treffen könnte. Du hingegen, du! Triffst mich, an jedem Tag, in jedem Augen¦blick. Du! Du könntest alles, alles von mir haben, ich biete mich dir mit Haut und Haaren, und du willst … nur … mein … Verständnis? Sag mir, was ist Liebe? Deiner Meinung nach? Kann ein Mensch hingebungsvoller sein? Ja, verdammt, das kann er!

Credits
*Für Dich – für jemanden, mit dem ich heute über Hingabe sprach. Auch wenn diesem Thema keine besonders erfreuliche Situation zugrunde liegt, gilt dieser Person ein Dankeschön für das Heraufbeschwören und, infolgedessen, dem Verworten eines lange austernperlenartig verschlossenen Gefühls. Herausgekommen ist dieser Wortstrom, den ich ebenso, wenn auch zu spät, an den Menschen richte, der nicht mehr Teil meines Lebens ist: für Dich.

Rückfall

„Thihihiii!“ Die Waschfrau sitzt vor mir auf dem Waschtischchen, lässt die Beine baumeln und amüsiert sich königlich. Ich habe keinen blassen Schimmer, was hier gerade vor sich geht. Ich hatte ihr vom Wäschebergbesuch erzählt, und dass ich mich manipuliert gefühlt habe danach. „Manipuliert!!“ prustet sie. Meine Hand krallt sich an meiner Tasche fest, ich fühle mich gerade leicht unentspannt. Jedenfalls berichte ich weiter, dass ich nicht weiß, wie ich mit dieser Sache umgehen soll, und dass es mich eben beschäftigt, inwieweit ich dem Wäscheberg jetzt emotional entgegen kommen soll.

„Sie haben Schuldgefühle“, flötet sie mir entgegen und hält sich den dicken Bauch. „Hab ich nicht. Woher denn?“ – „Doooch, Sie haben Schuldgefühle! Schuldgefühle! Nänänää!“ Wut steigt in mir auf, ich packe die Armlehnen des Sessels, in dem ich sitze, und halte mich mit Mühe auf der Sitzfläche. Ich könnte der grad so eine scheuern, wie sie da sitzt, mit baumelnden Beinen, Tränen lachend, und mir die Zunge rausstreckt! „Es gibt aber keinen Grund für Schuldgefühle!“ Ich werde lauter, zum ersten Mal, und leider muss ich lachen – ich kann einfach kein ernstes Gesicht machen. Und das ärgert mich um so mehr. Ich ärgere mich über mich selbst, dass ich überhaupt mit dem Thema angefangen habe. Mein inneres Kind stampft mit dem Fuß auf und verschränkt trotzig die Arme. „Warum sind Sie denn heute so eklig zu mir? Brauchen Sie Urlaub?“ Was ich denn überhaupt erwarte, lautet die Gegenfrage. „Was soll ich denn raten, wenn Sie in alte Verhaltensmuster zurückfallen und den entsorgten Wäscheberg wieder aus dem Container fischen? Den wollen Sie nicht mehr tragen! Und trotzdem bieten Sie ihm ’ne Wäsche an? Das ist inkonsequent!“

Da hat sie nun mal recht. Ich weiß das auch. Momentan fällt es mir nicht schwer, Grenzen zu setzen, auch mir selbst. Aber gerade bei dem Thema … ja, wahrscheinlich habe ich Schuldgefühle. Unbegründete, doofe, irrationale Schuldgefühle. Aber muss man das auf diese Art rüberbringen? Ich komm mir grad so verarscht vor! „Sie sollten meine Probleme ernst nehmen!“ schimpflache ich zurück. Heute spüre ich extrem, wie mir Argumente ausgehen und ich mich auf dünnem Eis bewege. Hier ist es nicht angebracht, Vorwände und Ausreden zu gebrauchen. Nirgends ist es so unangebracht wie hier. Obwohl ich das Auslachen und Triezen gerade auch für sehr unangebracht halte…

„Also was jetzt? Klare Grenzen setzen. Konsequenz zeigen. Durchhalten und nicht mehr zurückfallen. Keine Schuldgefühle zulassen. Sonst noch was?“ Ich muss unheimlich genervt klingen. Die Waschfrau hat sich endlich beruhigt und ist in der Lage, ohne dieses furchtbare Glucksen in der Stimme zu sprechen. Na endlich. „Nehmen Sie sich selbst nicht so ernst“, meint sie trocken.  „Verzeihen Sie sich den Rückfall und machen Sie weiter.“ Na danke. Zum ersten Mal bin ich froh, dass das Seminar bald ein Ende hat. Heute reichts mir, aber sowas von! Zum Schluss legt mir die Waschfrau noch mal die Hand auf den Arm und sieht mich treuherzig an: „Danke, dass Sie mich heute so herzlich zum Lachen gebracht haben.“ Mir platzt gleich der Kragen. Ich ringe um Contenance und presse hervor: „Gern .. geschehen …“ – „DAS glaube ich Ihnen jetzt nicht!“ kontert sie fröhlich. „War auch total gelogen“, keife ich zurück. „Situationen, mit denen ich nicht umgehen kann, begegne ich mit Sarkasmus. Müssten Sie doch mittlerweile wissen. Schönen Urlaub!“

Die Tür fliegt krachend ins Schloss. Zielstrebig und mit klackernden Absätzen steigt Madame C. die Treppenstufen hinab, immer noch echauffiert. Einfach weg von hier … Doch unten kommt ein kleines, stilles Mädchen an, in einem weißen Hemdchen und auf nackten Füßen. Tränen kullern.

Gewitter konkret

Es regnet gerade in Strömen. Hat sich im Laufe des Tages angekündigt, dieses Gewitter. Hoffen wir mal, dass es Abkühlung und auch sowas wie Reinigung mit sich bringt – noch bin ich skeptisch.

Gestern habe ich mal wieder die Waschfrau besucht, nach einem recht anstrengenden Tag. Kaum geschlafen am Wochenende, Bürodienst gehabt und noch einen liebgewonnenen Kollegen verabschiedet, Stau, brütende Hitze und das Cabrioverdeck ging wegen Kofferraumüberbeladung nicht auf … aber das nur nebenbei. Die Waschfrau erkundigt sich sporadisch noch nach den weiteren Erfolgen, nachdem das gemeinsame Projekt „Wie miste ich einen Kleiderschrank effizient und nachhaltig aus“ ja nun in den letzten Zügen der Vollendung liegt. Im Fokus steht heute mein Wohlbefinden, und das bewerte ich, wie ich da so auf dem bequemen Stuhl meiner Waschfrau gegenüber sitze, als durchweg positiv. Hätte ich gewusst, dass es mir hernach so gut geht, wäre ich dieses Projekt vielleicht schon viel früher angegangen.

Und was sind die näheren Aussichten? Hatte ich zu Beginn dieses Jahres noch Panik, weil ich einfach nichts mehr vor mir gesehen habe, kein Weg mehr, keine Ziele, so bin ich jetzt doch um einiges gelassener, als ich antworte: „Nun… nichts konkretes, eigentlich.“ Das weiße Blatt Papier vor meinen Augen ist so wenig bedrohlich wie eine Schicht frischer Pulverschnee. Es ist weiß, es ist rein, es ist alles neu. Um nicht zu sagen: frisch. Nur ich selber fühle mich heute alles andere als frisch. Es geht zurück, zum Kleiderschrank, der noch eingeräumt werden muss. Es steht Putzarbeit an. Es steht vor allem Veränderung an, und gerade heute, an diesem trägen schwülen Tag, macht mein Kopf eher Anstalten platzen zu wollen als sich kreativ und voller Elan um das Thema Veränderung zu kümmern.

Zu hoffen (und zu bangen) steht nämlich noch das: Dass ich nicht wieder den selben Fehler mache und meinen Schrank vollmülle, nur weil ich nicht weiß, wie ich effizient aufräume. Dass ich wiederum zu aktiv sein will und mir Probleme und Sorgen anderer überstreife und Lösungen suche, die keiner braucht. Dass ich – und jetzt wird’s leider persönlich – wieder in die Mutter-Frau-Rolle reinrutsche und mir einen Kind-Partner ans Bein binde, der mich wiederum aussaugt bis aufs Letzte, und ich bei all dem fürsorglichen Stress nicht erkenne, was ich wirklich will und brauche. Nur, woran erkenne ich, ob ich da einem männlichen potenziellen Partner begegne oder ob’s wieder nur ein großes Kind ist? Ehrlich, in letzter Zeit ist mir noch keiner begegnet, der sich auf Dauer als wirklich männlich herausgestellt hat … Meiner Meinung gehört’s dazu nämlich, mal das im allgemeinen zur routinierten Selbstdarstellung gebrauchte ach-so-große Mundwerk aufzumachen, auch wenn die Situation gerade nicht so prima ist. Gerade dann. Mal konkret werden. Mal Ansagen machen und nicht einfach die Klappe zu- und nie wieder aufmachen. Ich für meinen Teil komme mit An- bzw. Absagen immer noch besser zurecht als mit kryptischem Schweigen und Belanglosigkeiten, die sich nach „Haupsache mal was gesagt“ anfühlen. Und noch was, ich hab echt keine Lust mehr, mich für euch zu verbiegen – ich bin nun mal so, und ich bin eben vielschichtig, was auch nicht immer nur positiv ist. Geb ich offen zu. Entweder ist das für euch ok, oder eben nicht, aber ein Zwischending gibt’s leider nicht.

Na, das war mal’n Gewitter. Für ein paar Momente hatte ich meine Schreibfeder nicht im Griff und wurde konkret, bin von meinen sonst so gern genutzten Bildern und Metaphern abgerückt und hab geblitzt und gedonnert. Abkühlung? Nein. Reinigung? Eventuell. Konsequenz? Auf jeden Fall, denn ich verstecke mich ab jetzt nicht mehr. Macht ihr doch grad daraus, was ihr wollt.

„Geh doch mal shoppen“, haben sie gesagt …

Höhen und Tiefen, that’s life. Aber die Tiefen fühlen sich nach so langer Zeit „oben“ noch viel tiefer an, als sie’s eigentlich sind. Von oben betrachtet sieht sowieso alles ganz anders aus – hach, und schon klingt mir Bette Midler im Ohr … Von unten halt nicht. Aber gut, nachdem die Woche so ziemlich mies gestartet ist, hab ich mich langsam wieder hochgearbeitet und stehe jetzt quasi auf Augenhöhe mit meiner Situation. Was hat sich getan?

Der Stinkeberg hat an mir gezerrt, mich genervt, mir das Wochenende ruiniert. Aber das kann ich ab. Ich sah uns schon im Mistgabelduell bis ums letzte kämpfen, aber so ganz konnte und wollte ich es nicht glauben. Schließlich gab er sein erbärmliches Stinken auf und versprüht jetzt Maiglöckchenparfum, als Wiedergutmachung sozusagen, wenn ich ihm entgegenkomme und dafür sorge, dass er aus dem Müllcontainer ausziehen und sich einen neuen Schrank suchen kann. Einmal noch annähern, und dann ein für alle Mal getrennte Wege gehen, so passt mir das.

Als Mädchen weiß man: ein aussortiertes Kleidungsstück rechtfertigt den Neukauf eines anderen, beliebigen Kleidungsstückes – Schuhe gehen übrigens immer. Und zur Seelenpflege gehört nun mal Shopping, wie mir nahestehende Personen quasi mit dem Holzhammer einbläuten, also verbrachte ich die letzten Wochen weniger auf der Suche als einfach mit Bummeln und schauen, was es denn so gibt. Man muss ja up to date bleiben, will man den Anschluss nicht verpassen. Da sprang es mich direkt an, ein hübsches ärmelloses Sommerkleidchen, zwar Second hand und mit Fransen dran, aber ich mag Fransen, damit hab ich keine Probleme. Es gefiel mir, das Muster war echt ok, es fühlte sich gut an. Natürlich hab ich darüber nachgedacht, ob ein Sommerkleidchen wirklich das richtige ist – wir haben definitiv Sommer, das passt. Muss ich mir also schon Gedanken machen, was im Herbst, Winter damit passiert? Und die Fransen, echt, es hat mich begeistert. Aber was soll ich sagen, es hat sich zunächst einmal dreist in meinen Einkaufskorb gemogelt und sich an meinen Arm geschmeichelt, konnte es nicht erwarten, bis ichs auf der nackten Haus spüren konnte. Und ich war nicht mal auf dem Weg in die Umkleidekabine, da bekam’s wohl Panik und flüchtete sich hinter einen Wäscheständer. Die Fransen hatten sich wohl verfangen. Und ich steh da und denk nur: WTF? Das gute Zureden hätte ich mir sparen können, die Leute im Laden haben schon geschaut und ich hab mich auch noch lächerlich gemacht mit meinen Erklärungen, ich wolle den Fransen doch nichts böses und ich verstünde ja, dass ein Second-hand-Stück Bindungsängste mit sich herumträgt. Dabei schielte es schon nach der nächsten Kundin, für wie blöd hält es mich eigentlich… Naja, viel Glück mit der Taktik, mir reicht’s erst mal mit Shoppen. Ein Stück Selbstwert hat mich das mal wieder gekostet, ich könnt mich in den Allerwertesten beißen! Das krieg ich wohl wieder hin, irgendwie. Besser so, als emotionale Blockaden vorschieben und kalte Füße haben – und das mitten im Sommer …

Fuck it, du hättest Damien verdient, statt desssen gibt es Bette Midler, wie oben schon angedroht:

Hello Goodbye – edit

Der vorletzte Tag des Jahres 2012. Eigentlich Blödsinn, von „Jahresende“ und „Neuanfang“ zu sprechen – es geht ja doch immer weiter, kein Reset, kein Zurückblicken-und-Bessermachen. Das Rad dreht sich unaufhörlich. Geschehen ist geschehen, wir müssen mit gemachten Erfahrungen und den daraus entstandenen Narben weiterleben.

Ein paar Highlights aus 2012 gefällig? Nicht, dass ich allen Ernstes fragen würde, hier sind sie:

Freundschaft schrieb sich dieses Jahr ganz groß. Unglaublich schön zu spüren, auf wen man zählen kann, und auch, dass man sehr auf mich gezählt hat. Ein Geben und Geben ist Freundschaft. Gute Gespräche habe ich geführt, und mir ist, als könne ich das erste Mal in meinem Leben sagen, ich habe über wirklich alles reden können, was mich beschäftigt. Rar gesät sind solche Menschen, mit denen man am liebsten alles, alles teilen möchte, was sich im Laufe von Jahren in Herz und Hirn angesammelt hat. Und das muss unbedingt auf Gegenseitigkeit beruhen, sonst ist es ineffizient. Zwillingsseelchen, in diesen Zeilen steckt ein Lächeln ganz allein für Dich!

Premieren gab es dieses Jahr auch, und zwar nicht wenige, ich bin selbst überrascht, dass mein Schatten wohl doch nicht zu groß ist, um drüberzuspringen. Ein wenig als Mut getarnter Leichtsinn, ein wenig Anstacheln von außen, eine Prise neu gewonnenen Selbstbewusstseins, und schon ist man mittendrin statt nur dabei. Seither weicht das „Ich kann aber nicht“ immer öfter einem „Ich probier’s halt mal“, und damit lebte es sich dieses Jahr ganz gut.

Fies ist es, wenn sich eine Katastrophe auf Samtpfoten anschleicht und sich zunächst verschmust und freundlich gibt. Und wider besseren Wissens lässt man sich dann doch vom hypnotischen Schnurren betäuben und reicht der Katastrophe die Hand, in Erwartung weichen Fells und einer rauen Katzenzunge. Stattdessen schlägt sie einem die Krallen ins Fleisch, und erst später, viel später, stellt man fest, dass sie einem die ganze Zeit schon in die Schuhe gepinkelt hat, nur dass man‘s nie bemerkt hat. Oder nicht bemerken wollte.  Wer sein Vertrauen so leichtfertig verschenkt, der verdient es nicht anders.

In dieser Sache hoffe ich einerseits auf persönliche Konsequenzen, die ich gleichzeitig fürchte: ich will nicht mit einem verkrüppelten, enttäuschten Herzen leben, ich will aber auch nicht verletzt werden. Ich setze daher mal auf meine mir eigene Unbelehrbarkeit in Verbindung mit etwas Glück.

Aussichten für 2013: Weitermachen, aber nicht um jeden Preis. Dinge überdenken, und seien sie noch so alt und eingefahren. Neue Wege finden und sie eventuell sogar beschreiten. Noch mehr lesen und lernen. Also raus aus der Routine und rein ins Leben. Ich bin jetzt schon gespannt, was ich in 365 Tagen darüber sagen kann.

P.S.: Ja, ich habe editiert. Manche Dinge benötigen Abstand, um sie klar zu sehen, manche benötigen viel mehr Nähe, um sie zu verstehen. Verstanden habe ich nicht wirklich, allzu klar sehe ich auch noch nicht. Aber ich bleibe optimistisch und setze meine Hoffnung – wieder einmal – auf dieses neue Jahr. Nix zu verlieren – und alles. Man wird es erleben.