C’est moi …

… et moi !

Ich spür’s, die Unbelehrbarkeit
ist meine einzige Fähigkeit,
auf die Verlass ist.*

Viele meiner Sätze fangen mit „ich“ an. Die übrigen beinhalten das Wort „ich“ mindestens ein Mal. Das liegt nicht daran, dass ich besonders egozentrisch wäre (oder doch?). Die Hoffnung ist, hier mein Ich entfalten zu können. Offenzulegen und mit Vorliebe auch breitzutreten, was dieses Ich so denkt und tut.
Im Alltag hält mein Ich sich zurück, lässt anderen oft den Vortritt; dort kennt man es unter dem Namen Mme Contenance. Hier aber soll es sein dürfen, wie es ist – oder sein will –, soll sich austoben und stur sein,  auch mal die Fassung verlieren und sich selbst widersprechen dürfen. Mein unbelehrbares, widersinniges Ich, hier ist sein Name, Mme Contraire, durchaus Programm. Die Absicht: Schreiben und reflektieren über Gelesenes, Gehörtes, Erlebtes, Gemachtes, Geträumtes – all das, was die Unbelehrbarkeit eines wandelnden Widerspruchs unterstreicht.

Das Gegenteil von anders, nur umgekehrt oder: Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht

Et voilà:
Mme Contraires Leidenschaft sind Bücher. Gelebtes Motto: „Platz ist auch im vollsten Bücherschrank“. Sie liest gern Historisches (bevorzugt englisches Mittelalter), verehrt zudem Walser und Tolkien Eduard Graf von Keyserling (ja, auch das ändert sich bisweilen). Musik hält sie am Leben, laut muss sie sein, schwermütig, gerne aber auch mal ganz sanft und leise. Ihren Lebensunterhalt bestreitet Mme Contraire mit Sprachen und wird nie müde, ihren Berufsstand zu verteidigen – ein gewisser Grad an Neugier ist die Voraussetzung dafür. Die Natur öffnet ihr das Herz und lässt Sehnsüchte aufwallen, die oft in Wortbasteleien Ausdruck zu finden suchen. Ansonsten liebt sie die kleinen Unmöglichkeiten mitten im Alltag, zu denen ihr böser (wir haben uns arrangiert) Zwilling sie gerne verleitet.
Stillstand? Nein Danke!

*Martin Walser: Das Dreizehnte Kapitel. Roman Rowohlt, 2. Auflage

67 Gedanken zu “C’est moi …

  1. Verzeihung, wenn ich mich einmische (auf meiner eigenen About-Seite, dreist, das gebe ich zu) … Würden die Herrschaften ihre Randale bitte fokussiert betreiben und nicht an jeder Ecke Brände legen? Eventuell wird noch ein Stückchen fruchtbarer Boden benötigt, um eurer Aufforderung nachzukommen.

        • Diese müsste ich wohl mal erstellen. Wie erfreulich, dass Knobloch & Guinness so viel interessanter sind als die die Bloginhaberin beschreibenden Worte. Vielleicht sollte ich die wortwunderliche Dame und den pragmatischen Herren bitten, stattdessen beschreibend hier zu wirken – es wäre mir eine Ehre, in deren Sprachfeuerwerken Erwähnung zu finden. Es wird ohnehin nirgends mehr gelogen als bei Selbstbeschreibungen.

      • About-Seiten sind immer überschätzt, verehrteste MmeMme. War der perfekte Platz zum damaligen Rumpöbeln. Mein lieber Orbitöswortpoet, sollen wir bei Ihnen auch mal Randale machen kommen, der Herr Guinness und ich und die liebliche Madame Mme? Wir machen gernst Getöse anderswo! Innigst, die Ihre.

        • Ich wüsste, ehrlich gesagt, auch nicht, was ich heute auf diese Seite schreiben würde. Das gleiche? Was ganz total komplett anderes? Oder gleich gar nichts, steht ja schon genug in den Kommentaren? Gleich. Lassen Sie uns einfach mal einen Blick hinüber auf den orbitösen Wortpoeten werfen und schauen, ob wir gut zielen und dabei treffen werden.

          • Auch da wie auch sonst im Leben: Ein jedweder, wie er mag. Beim mir so herznahen Poeten würde ich auf ein Zeichen seinerseits warten, quasi eine erlaubte Überfallanzettelung. Andererseits, ich werfe mir meine olle speckige heißgeliebte Lederjacke über, da wird er angetan sein von und wir können unseres Krawallamtes walten…

        • Und so sehe ich erst heute, dass der Herr Guinness und der Herr Ärmel in einer mir bekannten Fremdsprache auf Ihren Seiten parlierten! Da hätt ich doch nur zu gerne meinen erlernten Hessensempf dazugegeben …

    • Gesiezt, verehrte (?) Myriade, wird gerne in Madames Garten, auf Wunsch natürlich auch geduzt. Derzeit hemmt mich vieles, hier regelmäßig anwesend zu sein, ich bitte das noch ein Weilchen zu entschuldigen. Derweil dürfen Sie mit Ihrem Ego kurz Platz nehmen, ein Gästestuhl ist immer frei. Oder zwei, sollte Ihr Ego ähnlich viel Platz benötigen wie das meine. Das ist übrigens da hinten im kleinen wildromantischen Wäldchen und lustwandelt zwischen den Bäumen. Falls ich es einmal wieder zu Gesicht bekomme die nächste Zeit, richte ich ihm aus, dass Besuch da ist.
      Vielen Dank fürs Reinlesen und Kommentieren!

  2. Chère Madame, Nun ich habe durchaus einiges für das Siezen übrig. In Frankreich tut man das schließlich sehr gerne.
    Vielen Dank für die angebotenen Sitzgelegenheiten. Ich denke mal mein Ego könnte sich mit zwei Stühlen vorübergehend behelfen.Während Sie lustwandeln werde ich einfach einmal die Latifundien weiter in Augenschein nehmen und mich auf geschliffene Sätze und Gedanken freuen.
    avec l´expression de mes sentiments les plus distinguées
    Ihre Myriade

  3. Wie schön, hierher gefunden zu haben. Ja, die werte Frau Knobloch war es, das ist eigentlich schon Grund genug… mein Lesen und Stöbern bestätigt die Vermutung, schön hier!

  4. Aaah, Madame! Mein erster Besuch auf Deinem Blog und sofort begegnet mir der wunderbare Nick Cave. „The Boatman’s Call“ ist neben „No More Shall We Part“ seine schönste Platte. Am 06.05.2015 spielt er ein Solokonzert in Berlin. Da muss ich wohl hin…
    Lieeb Grüße aus Hamburg, Gérard

  5. Reflektieren finde ich auch immer ganz wichtig, da gehört das „Ich“ eben immer dazu :)
    Ich bin zufällig hier vorbeigekommen und werde bestimmt wieder mal diesen Abzweiger nehmen, weil mir dein Schreibstil gefällt. Ich darf Sie doch duzen, Madame? ;)

    • Liebe Viviane, vielen Dank für deinen Kommentar! Ich würde mich natürlich freuen, wenn du ab und zu hier in meinem Gärtchen vorbeischaust und es dir gemütlich machst. Duzen ist erlaubt, gesiezt wird auf Wunsch und situationsabhängig. Und die „Madame“ darf auch eher selbstironisch gesehen werden.
      Ich würde sagen … bis bald, ich freu mich!
      Mme C.

  6. Sehr gerne Madame, mir gefällt’s hier auch gut und ich komme wieder – auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich so viele schöne Worte finde, wie hier stets so über den Bildschirm zu schwirren scheinen ;)

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