Der längste Monat ist der Januar

Ganze 31 Tage zählt er, der erste Monat des Jahres. Dennoch kommt er mir seit langer Zeit sehr viel länger vor als jeder andere Monat. Ich vermute, es liegt daran, dass man im Dezember so sehr auf das Jahresende hingearbeitet hat, um an den Feiertagen, dazwischen und vielleicht über ein kleines Urläubchen danach die Füße hochzulegen. Dass es meistens anders kommt, ist ja hinlänglich bekannt. Oder hat sich schon mal jemand im Weihnachtsurlaub wirklich entspannt? Und schon prügelt der Januar wieder los, es hagelt neue Projekte, neue Arbeit und vor allem ist da noch all das Liegengebliebene, was man mehr oder weniger sorglos aufs Neue Jahr verschoben hat.

Mein Januar begann deshalb mit ein paar Tagen Urlaub, die ich aufgrund längerer Abwesenheit noch nehmen musste, damit sie nicht verfallen. Einfach schön, mal nur auf der Couch zu liegen oder in der Badewanne, endlich wieder Bücher zu lesen, vielleicht ein kleiner Ausflug … Aber nein, auch JB hat so ein Gedankenkarussell im hübschen Köpfchen, sodass diese Entspannungsphasen mehr dazu genutzt wurden, neue Pläne zu schmieden – Hallo? Nachwuchs als einziges Jahresvorhaben? Nicht mit uns! Wir haben eine Menge aufzuholen, zumindest ist das mein Eindruck, wenn ich das Resultat dieser 31 Januartage vor mir sehe.

Ich bin dieser Tage so zufrieden mit mir wie gefühlt noch nie. Was ich anpacke, gelingt. Weil ich es anpacke, und nicht ausharre und warte, was sich von selbst erledigt (das ist nämlich genau nichts). Und es ist so leicht! Seit die Gesundheit sich dazu entschlossen hat, wieder ihren vertrauten Job stabil auszuführen, sind meine Gedanken endlich frei für all die vielen neuen Dinge, auf die ich Lust habe, auf die ich so lange gewartet habe. Die jetzt Schlange stehen und abgearbeitet werden wollen. Plus: Ich habe jetzt einen JB, der ganz ähnlich tickt und ebenso voller Tatendrang steckt, so dass wir quasi fast das Doppelte von all dem schaffen könnten, was wir beide erreichen wollen. Aber ein bisschen Luft zum Ausspannen muss natürlich auch gegeben sein. Insgesamt fühlt sich der Januar des neuen Jahres sehr gesund und reich an.

Und das ist gut so. Ich weiß nämlich nicht, wie lange ich noch „voll Stoff“ geben kann. Aber es erleichtert mich sehr, zu sehen, dass mit der richtigen Motivation alles so läuft, wie gewünscht. Das macht mir Mut, dass ich in ein paar Monaten doch nicht kopflos zur Mama-Maschine mutiere, sondern vielleicht ein klitzekleinwenig Organisation aufrecht erhalten kann, ein winzigbisschen Souveränität, ein ganz kleines Bisschen Herr meines Lebens bleiben darf. Lassen wir uns überraschen.

Es kann natürlich passieren, dass hier die nächsten Wochen oder Monate gar nichts mehr in meinem schönen Gärtchen gedeiht, was ich für euch pflücken und hübsch arrangieren könnte, wenn die Welle wahrgewordener Träume heranrollt und es nach dem Planen ans Realisieren geht.

Nur so viel: Heute habe ich, weil sonst nichts mehr zu erledigen blieb, meine Steuer gemacht, aus lauter positiver Verzweiflung über den vermeintlichen Stillstand. So früh war ich noch nie dran…

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2 Gedanken zu “Der längste Monat ist der Januar

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