Doch noch

Noch einmal zurück zu dir:

Die vergangenen Tage brachten unerwartet Licht, wenn auch zweifelhaftes, in ein Dunkel, das abgeschlossen und undurchdringlich geglaubt war. Ich kam zu einigen Gedanken, die meinen Geist in eine sehr ähnliche Situation katapultierten, in der du dich befunden hattest. Eine Situation, die deinen Entschluss reifen ließ. Nicht reifen – die alles bereits enschied, sobald sie eintraf. Ich hatte mich demgegenüber immer verschlossen, aber nun, gestern und vorgestern, fühlte ich am eigenen Leibe sozusagen, wenn auch nur in Gedanken, was du durchgemacht haben musst. Wir waren und sind immer ein wenig zu egoistisch, wenn wir urteilen. Ich habe es damals nicht erfasst. Ich würde auch heute nicht so handeln wie du, weil ich den Schmerz der anderen Seite kenne. Aber die Gedanken überkamen mich dennoch, genau so wie sie dich eingeholt haben müssen, an jenem Tag, in all den darauffolgenden Nächten. Und das macht mir Angst. Es ist so schrecklich, und so schrecklich schön zugleich. Ich glaube, die Liebe fordert mehr von uns als alles andere. Ich glaube, höchste Liebe und tiefste Trauer, das fühlt sich im Herzen beides gleich an: nicht auszuhalten. Ich möchte beides dennoch nicht mehr missen, dankbar dafür, überhaupt jemals diese Erfahrung machen zu dürfen. Das ist es, was uns eint. Ich habe dir schon verziehen, doch jetzt verstehe ich. Wirklich, nicht nur gewollt. Kein „Ja, aber“ mehr. Nicht von mir. Das ist letztlich etwas Gutes, oder nicht?

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