Los¦lass¦moment

Dieses Lied. Es lief fast das ganze Jahr über im Radio, und ich mochte es. Es war lebhaft. Es war laut. Es schien perfekt in diese Zeit zu passen, klang mir nach Freiheit, und frei war ich, wie noch nie. Ich konnte es bald mitsingen, war oft froh, dabei immer im schallgeschützten Innenraum meines Autos zu sitzen. Wann immer es lief, drang sein Beat in meinen Kopf und durch meinen Körper, riss mich mit wie eine Welle. Es würde sich die Gelegenheit bieten, diese eine im Jahr, bei der ich mich gehen lassen und darauf abtanzen würde. Wie sehr ich das wollte! Es wäre völlig egal, jeder würde das tun in diesem Moment. Ich würde ihn ganz genau zu meinem Moment machen, und ich würde ihn feiern.

Und dann kam die Gelegenheit. Während wir da standen, mitten in der lauten Menge. Während wir uns unterhielten, in die Augen des anderen hineinlauschten, während alles andere wie abgedunkelt und gedämpft um uns herum erschien, als ragten unsere Körper weit über eine laute, wogende Masse hinaus, nach oben, ins Licht. Da spielten sie es, dieses Lied, das ich zum Inbegriff meiner Freiheit gemacht hatte. Ich hielt kurz inne. Es gab nicht einmal den Anflug von Bedauern, sich eben nicht, wie so lange geplant, gehen zu lassen und abzutanzen. Ich wollte es nicht. Denn jetzt war nur eines wirklich wichtig. Die Eingebung, dass dieser Moment für mich, für uns eine Bedeutung haben sollte, war goldrichtig. Verharren in deiner Gegenwart, anstatt sich von der Welle erfassen zu lassen. Ich habe damit meine Freiheit nicht verloren, im Gegenteil. Ich habe mir die Freiheit genommen, diesen Moment ganz genau zu unserem zu machen und ihn zu feiern. Jeden Tag. Jeden Augen¦blick.

 

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6 Gedanken zu “Los¦lass¦moment

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