The Post-London Diaries of Little Miss Contrary III

Der Vollständigkeit halber

In Gedanken sitze ich in einem kleinen Café am Rhein, die Sonne scheint schüchtern durch eine diesige Schicht Wolken. Vor mir ein großer Milchkaffee, wunderschön und lecker, und ein Karamellkeks. Da sitze ich, zusammen  mit meinem Lächeln, und klopfe mir, ebenfalls in Gedanken, auf die Schulter. Gemacht. Geschafft. Innerhalb weniger Minuten war die Vorsorgeuntersuchung vorbei, das Ergebnis lautet: alles in Ordnung. „Wie im Lehrbuch“, schwärmt Frau Doktor. Gut, ein bisschen Wartezeit hatte ich, wurde aber dafür mit folgender Szene entschädigt:

Ein Mann, geschätzt Mitte 30, sitzt im Wartezimmer, unter 8 Frauen. Er blättert in einem Heft, in der Praxis gibt es tatsächlich auch Sportzeitschriften und Automagazine, aber so recht bei der Sache ist er doch nicht? Blickt ständig hoch und in den Flur. Eine junge Frau kommt schließlich ins Wartezimmer, sie strahlt, und selbst wenn ich ihr leises Flüstern und den lauten Schmatz auf seine Lippen vollkommen überhört hätte, würde ich trotzdem den Grund dafür kennen. „Sechste Woche.“ Das Wartezimmer wird Zeuge, wie hier und jetzt ein neues Abenteuer beginnt. Mit einem strahlenden Lächeln, roten Ohren und ichfassesnicht-feuchten Augen. Ich bin seltsam berührt und lächle den beiden zu, während sich die übrigen Wartenden wieder hinter ihren Zeitschriften verschanzen.

Daran denke ich, als ich am Rhein sitze, den letzten Tag eines märchenhaften Oktobers und meinen Milchkaffee genieße. In Gedanken. Denn eigentlich sitze ich schon wieder am Schreibtisch und versuche die zwei Stunden, die ich weg war, wieder aufzuholen. Verloren sind sie nicht, im Gegenteil. Gewissheit ist das,was ich gewonnen habe. In mehrfacher Hinsicht.

 

Danke, Manny!

 

 

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5 Gedanken zu “The Post-London Diaries of Little Miss Contrary III

  1. Gut gemacht, meine Liebe. Nur der imaginäre Milchkaffee, den mag ich nicht. So ein schönes MmeMmeamrheinbild, was Sie da zeichnen und dann doch wieder nur Schreibtisch? Möööp.

    Es waren mit die längsten Minuten meines Lebens, da im kahlen Flure, bangend ob der anstehenden Mammographie. Harmlose Verkapselung, so das Gnadenurteil, weiter beobachten reicht. Ich habe geflennt wie ein Heuler~~~~~~~~
    Einen schönen Abend wünsche ich, mit tollster Verjibisierung, immer die Ihre, Frau Knobloch.

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