Einfach mal nicht mögen

Was ist nur los? Alles so träge, so lustlos. Am liebsten würde ich den lieben langen Tag nur rumsitzen und lesen. Oder schlafen. Das Wochenende war voll mit (großteils angenehmen) Terminen, allerdings auch mit totaler Reizüberflutung in vielerlei Hinsicht. Es gibt ein paar Dinge, die mich im Moment nicht so glücklich stimmen. Zwischenmenschliches, ums beim Namen zu nennen. Kann es denn sein, dass mir jedes Mal ein kleiner Schock durch und durch geht, wenn ich eine Gruppennachricht erhalte? Eigentlich ist doch alles in Ordnung, und trotzdem rechne ich jedes Mal mit einem kleinen oder mittelgroßen Weltuntergang, wenn der eine oder andere mal wieder seinen Moralischen bekommt und den Sinn seines Daseins anzweifelt. Ich verstehe das einfach nicht. Ich verstehe nicht, warum es so undurchsichtig bleibt, ob betreffender Mensch nun Konsolation sucht (gäbe ich gern), die Konfrontation (hab ich keine Lust drauf), klärende Kommunikation (immer wieder angekündigt und dann doch nicht den Mund aufgemacht) oder die Kapitulation („Es hat alles keinen Sinn mehr mit uns! Buäh!“). Es ist, wie es immer war: Menschen werden mir stets ein Rätsel bleiben.

Lustlos also. Aber ich versuche nicht damit zu hadern. Ich habe ein bisschen was hinter mir und bin so frei, mir diese Phase vorbehaltlos und ohne Druck zu gönnen. Nixtun, soweit das mit dem Rest meines Lebens vereinbar ist, ein wenig im Selbstmitleid schwimmen und Dinge tun, die ich schon immer mal tun wollte und immer darauf wartete, dass sie jemand mit mir teilt. Danke, brauch ich nicht mehr, ich machs allein. Ich habe ein Navi, und ich werde es benutzen, wenn ich irgendwo hin will. Ich bin mein eigener Herr, und meine Katzen können außer vorwurfsvollen Blicken nicht weiter kritisierend intervenieren. Oh, welch Erkenntnis, wie schön, dass sie endlich angekommen ist.

Ach, ich mach es heute kurz, nichts Hochtrabendes – das fällt unter „Ich gönne mir meine Lustlosigkeit auch hier“, und auch ein bisschen unter „Selbstmitleid 3.0 – hast du überhaupt was Geistreiches zu sagen?“ – sondern teile die folgende nette Empfehlung, die mich die Tage erreicht hat (und das wiederum fällt unter „Ich mach das jetzt einfach“). Ich fands gut. Zwischenmenschlich.

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34 Gedanken zu “Einfach mal nicht mögen

          • Man kann bei anderer Leute Selbstmitleid auch etwas lernen. Wer weiß, ob ich mich „richtig“ selbst bemitleide. Eigentlich eine interessante Vorstellung für einen VHS-Kurs: „Selbstmitleid 4.0 – Wie Sie sich noch besser selbst bemitleiden“ oder „Selbtmitleid leicht gemacht – von den besten Jammerern lernen“. Nicht dass Du denkst, dass ich Dich nicht ernst nehme, aber so kann man gemeinsam aus einer traurigen Situation einen lustig-dummen Gedanken spinnen. Hilft auch gegen bleierne Müdigkeit, an der ich selbst leide.

          • So habe ich das noch nie gesehen. Schon in meiner (zugegebenermaßen sehr melancholischen) Jugend habe ich mich oft gegen dieses schwere Gefühl von Selbstmitleid gewehrt und versucht, da rauszukommen. Dennoch, Ernstgenommenwerden fetzt. Und tatsächlich, ich stelle mir gerade weitere VHS-Angebote vor: „Hadern für Profis“, „Wie werde ich endlich unglücklich? – Maulen für Anfänger“, „Alles scheiße! – Maulen für Fortgeschrittene“.
            Nun ja, so traurig ist die Situation auch nicht, aber ermüdend, das stimmt. Man erzählte mir mal, dass der Urzeitmensch mit viel Schlaf auf Stress reagiert habe: Säbelzahntigerangriff überlebt, drei Tage lang ausschlafen. Aber das ist uns heute kaum mehr vergönnt. Man muss ständig verfügbar sein, die Pausenzeiten werden dem zu bewältigenden Stress nicht gerecht. Oder hat man mal einen Menschen sagen hören: „Das Wochenende war wieder viel zu lang, Gooottseidank ist Montag“?

          • 3 Tage durchschlafen. Wow.

            Also, „Hadern für Profis“ wäre ein tolles Angebot. Das Hadern will ja auch gelernt sein. „Aufschieberitis – wie Sie noch mehr unnützen Ballast mit sich rumschleppen“ oder „Die Motzkuh und der Jammerlappen – Was Männer und Frauen vom anderen Geschlecht lernen können“. Liebe MmeMme, wir sollten ein neues Sparschwein für VHS Kurse aufmachen.

          • Unbedingt! Eine neue Herausforderung. Wir könnten uns als fachkundige Dozenten anbieten. Unsere Blogs sollten Referenz genug sein. Letzteres Angebot finde ich im Übrigen sehr gelungen, das vereint die Jammertalthematik mit dem ewig währenden Geschlechterkampf. Ich bin sicher, die Dame Kobloch hat auch etwas Fachkundiges beizusteuern.

          • Frau Knobloch hat immer etwas Fachkundiges beizutragen, allerdings habe ich den Eindruck, dass sie seit ihrer Verpilcherung meistens bester Laune ist. Das ist eher hinderlich, wenn es ums Jammern geht.

      • Herrjejmitmineh, ich könnte kräftig mitjammern, so ich denn Zeit dafür hätte. Als Klageweib könnte ich mich verdingen. Soviel Doofheit auf der Welt, die es zu zu beweinen gilt. Mein Kurs hieße wohl „Heule so laut du kannst,sonst hört dich keiner!“ Oder „Hasskappenklöppeln für Anfänger. Jetzt in Gallegiftgrüngewölle.“
        Das Liedlein fetzt übrigens ungemein, liebe MmeMme. Die singen von fetzigen Sachen. Und fetzen sich. Ach, soviel Fetzerei auf’m Haufen, mein Herz geht auf…

  1. Dinge tun, die ich schon immer mal tun wollte und immer darauf wartete, dass sie jemand mit mir teilt. Danke, brauch ich nicht mehr, ich machs allein. // ja genau. Das sehe ich auch so.

  2. Gartentürenquietschen. Pardöngsche, ich will nur mal nach dem rechten sehen. Hab‘ ich mir gedacht, daß die Meisenknödel längst leergefressen sind. Das Altherbstlaub könnte auch mal von den Gartenwegen verfegt werden. Naja, da werde ich mich mal ein wenig betun, so während MmsMms Abwesenheit. Ein Gebimmel ist das hier. Mönsch, so viele Schneeglöckchen. Den Herrn Guinness rufe ich mal lieber nicht hinzu. Der hat bestümpt große Pragmatikerfüße, da fürchten sich die Blümchen noch. Strohbesenkehrgeräusche.

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