Nachtrag

zur Inspiration¦s¦funken¦fänger¦in, die:

Im Hafen

Muschelherz
am Strand versandet
Verstand veralgt – verankert.

Nach Bugschlag, Mastbruch, Segelriss
vertäut. Gesichert. Unbereut.

So überfiel es mich einst, es muss 2009 gewesen sein, und funkte mir vorhin das Bild vom versandetenVerstand dazwischen. Heute würde ich lediglich ein Fragezeichen am Ende hinzufügen. Unbereut hingegen nun das Kappen der Taue und das Verlassen des un¦sicheren Hafens.
Addio Austerntum.

Neue Ufer? Horizont! Ale! Single Malt!

Aye.

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Inspiration¦s¦funken¦fänger¦in, die:

Subst., fem.; weibl. Form zu Inspirationsfunkenfänger. Im Alphabet danach: 
Inspirationsfangfaden ¦ Inspirationsfangflotte ¦ Inspirationsfangfrage ¦ inspirationsfangfrisch ¦ Inspirationsfanggebiet 

Darum bin ich hier. Nicht, um den Verstand am Strand versanden zu lassen. Auch nicht, um segelgehisst und großbeflaggt in See zu stechen und das Große Weite Meer der Eitelkeiten zu befahren. Ich gondele in meiner Nussschale  durch WordPress, lasse mich durch Artikel treiben und täue mich hin und wieder an Konversationspoller. Paddle mich durch Kommentare. Ein probates Mittel gegen Verstandesveralgung, Muschelschalenverkrustung, Austerndasein.

Schreiben und lesen bringen mich immer wieder zu neuen Erkenntnissen. Unlängst hat mich eine Konversation mit der bonfortionösen Käthe Knobloch so sehr inspiriert, dass ich ganz aus dem Nichts etwas formulierte, was zunächst so unschuldig und unbeabsichtig daher kam, und doch so viel Wahres beinhaltete. Rannte ich diesem Zustand nicht schon eine gefühlte Ewigkeit hinterher? So brennend war der Wunsch nach diesem Wohlgefühl, dem Aufaugenhöhesein und Nichtmehrkämpfenmüssen. So brennend, dass ich ihn nicht erkannte, da er eintrat. Manchmal braucht es Verbündete, die dabei helfen, den Geist wachzurütteln und die Fesseln der Vergangenheit zu lösen. Kaum zu glauben, dass das ursprüngliche Thema von der Wohlgeformtheit (oder nicht) der männlichen Rückansicht handelte …

Einen solchen hatte ich auch mal … arschlos, sowohl, als auch. Seither achte ich verstärkt auf Rückgrat und dessen Verlängerung.

Verehrteste, Verstärkterückgratundverlängerungsachtsamkeit tut immens not. Wir wissen es doch. Die Blender können uns mal im Ursche lecken. Ergötzliche Grüße.

  • Mittlerweile ja! So lebt man und lernt. Und wird vollends zum Rückgratverlängertemrückgratbegutachtungsspezialist. Wo Arsch in der Hose, da auch Herz und Hirn, möchte ich naiv deduzieren. Langlodenindizien eingeschlossen.

  • Naiv? Ich nenne es weise. Und erlaube mir erneut, Ihnen ein klitzekleines Geheimnis anzuvertrauen: Langlodenarschherzundhirninnigkeit hat Bestand, selbst wenn die Haarpracht ausgedünnt.

  • Ich bin gespannt! Den ersten Monat in Gewissenszweifel mit Zweifelgewissen und zweifelhaftem Inlanglodigetiefgründigkeitstürzen habe ich hinter mir, die von Ihnen angeführte Langlodenarschherzundhirnigkeit durchaus erkennend und schätzend. Hast du genug von jedem Mann, kommt oft ein Langlode da lang. Nun ja, geben und geben lassen, vielleicht sollte ich es einfach leichten Herzens aus gewisser Distanz verfolgen und aus nächster Nähe genießen. Zwingkersmiliealarm.

  • Das liest sich nach einem bonfortionösen Nichtplan, meine Liebe. Geben und Geben lassen ist dabei die oberallerwichtigste Erkenntnis. Geben und geben lassen. Fast möchte man sein Blog umbennen. Geben und geben lassen. Ich könnte Sie umhalsen für diese vier Worte. Weil Sie alles beinhalten, worüber man manchmal so rumdruckst und schwafelt und lamentiert. Geben und geben lassen. Ich danke Ihnen. Sehr.

  • Ich verbeuge mich tief vor Ihrer Erkenntnis. Mein, Ihr Mantra, schon immer gewesen, zeitweise verschüttet und verhasst, weil so wahr und doch so unerfüllt. Bis jetzt. Das starrsinnige, unbelehrbare Kind sprengte die Fesseln der Contenance und pfeift dieses Mantra von den Dächern meiner, unsrer Herzstadt.

  • Ach, meine Liebe, wie oft wird Contenance überbewertet. Sprengen Sie und pfeifen Sie. Und tanzen Sie auf Herzensstadtdächern. Ich applaudiere und feuere die Tanzwut an. Und gebe und lasse geben. Ich verliebe mich gerade ein wenig in Sie, so schön, wie Sie tanzen…

  • Liebe, liebste Käthe, sehen Sie’s denn nicht? Ich liebe Sie schon längst, Ihre Eloquenz und Tanzwut – Ihr Blog. Verfallen. Verfallen dem Herzensstadtdächertanz, und wie gern widmete ich Ihnen (und dem vielgeliebten, -gelesenen Sir Guinness) meinen nächsten Eintrag, allein – ich will keine hier geschöpften Worte stehlen. Das überlasse ich wemauchimmer, wem’s grad gefällt. Oder vielleicht doch nicht? Geben und geben lassen. Ich denke darüber nach, es hat was von Selbsterkenntnis und Selbstfindung und – passt.

  • Geben und geben lassen. Noch im Traume trug ich diese Worte auf Zunge und Herz. So schlicht und doch alles benennend, was Liebe und Zuneigung umfaßt. Madame, in mir wächst die Sehnsucht nach Realkontakt ungemein. Doch ich will nicht drängen. Es wird sich finden. Und bittersüße Sehnsucht ist ja auch ein großartiges Gefühl. Herzensnah, die Ihrige.

  • Sie drängen nicht. Ich freu mich drauf!

    Und die Moral von der Geschicht‘? Trau Contenance alleine nicht. Liebe Waschfrau, ich habe es wirklich nicht geglaubt, dass es Beziehungen gibt, die keinem Abhängigkeitsverhältnis geschuldet sind. Mais voilà, geben und geben lassen formuliert genau das. Herzensstadtdächertänze statt Kellergriesgramselbstmitleid. Hat auch der Herr Guinness kürzlich trefflich aufnotiert. Na fein, jetzt bin ich doch mit großbeflaggter Nussschale und gehisster Eitelkeit hier durchgesegelt. Kann auch mal vorkommen.

Ein Brief

Liebe Waschfrau,

ja, ich weiß, unsere Treffen sind schon lange vorbei. Ich habe mein Seminar erfolgreich abgeschlossen, das haben wir beide so gesehen, uns gegenseitig verbal auf die Schulter geklopft, und ich bin pfeifend aus Ihren Räumlichkeiten gehüpft, Ihr Lächeln als mein virtuelles Diplom in der Tasche. Es gibt auch keine akute Gefährdung meiner erwobenen Erkenntnisse – mir geht es gut mit der erfolgten Wäschebergentsorgung. Alles weitere, was erforderlich ist, läuft. Manchmal stockend, aber ich kriege es hin, zu handeln und mich zu wehren, wenn jemand gar zu frech wird.

Manchmal aber wünsche ich mir Ihr kompetentes Ohr zurück. Ein paar Anstöße, wenn ich mal wieder nicht so recht weiß, ob ich das alles richtig handhabe. Natürlich kann ich mittlerweile ein Wäscheschildchen lesen und für mich interpretieren. Ich habe alles, was ich brauche, zur Hand: Waschmittel für Helles und Dunkles, Weichspüler, sparsam zu dosieren, ich habe sogar Fleckensalz, Waschmaschinenenkalker und einen prima Wäscheständer. Es läuft, und zwar recht rund, so pro Waschgang, darf ich behaupten.

Warum also? Was ist mein Problem? Ich scheine nicht loslassen zu können. Das würde man, wollte man es objektiv beurteilen, so beschreiben. Ich hänge offensichtlich noch am Ex-Wäscheberg, den ich eigenhändig entsorgt habe, und kann nicht loslassen. Warum sonst warte ich auf E-Mails, Anrufe und gar Spontanbesuche, die ich schon am Klingeln erkenne? Der Plan war ein ganz anderer. ich wollte nichts mehr hören und sehen. Nichts von ihm, auch nicht von all dem, was noch dran hängt. Aber das ist mir nicht gegönnt. Mein Ex-Wäscheberg sucht meine Nähe, wohlwissend, dass es natürlich aus und vorbei mit uns ist, allerdings auch ohne Ambitionen, an diesem Zustand etwas zu ändern. Nun bin ich aber noch immer seine Vertraute. Wir besprechen Dinge, da könnte man glatt glauben, wir seien die besten Freunde. Wir tauschen Waschtipps aus, er erzählt mir von seinem neuen Kleiderschrank, den er bald bezieht, und tatsächlich sprechen wir über Dates und Flirt(miss)erfolge. Grotesk, echt.

Soll ich mal in mich hineinhorchen, liebe Waschfrau? Was sagt mein Innerstes? Das sagt nichts, es schreit: Lass mich doch endlich in Ruhe! Hass mich doch, bittebitte, wenigstens ein kleines bisschen! Dafür, dass ich dich ausgesetzt habe! Und stell mich nicht weiterhin auf einen Sockel und versuche nicht gleichzeitig mich kleinzumachen mit deinen wohlgemeinten Ratschlägen! Aua! Ja, so in etwa klingt das in meinem Innersten. Wie kann ich mit einer Sache abschließen, die noch ständig um mich herumschwirrt? Ich hatte so schön ausgemistet. Aufgeräumt. Renoviert gar, alles gut, alles neu. Und da hängt er an mir, dieser impertinente Wäscheberg. Wie diese langen weißen Katzenhaare, kennen Sie das? Keine Kleiderbürste, kein Wäschetrockner dieser Welt kriegt die vollends weg. Widerhakige, kleine Biester.

Ich habe mein Umfeld damit schon genervt. Die sagen mir alle, ich soll das endlich sein lassen, mich nur noch um mich kümmern und Abstand halten und den auch einfordern. Und doch nehme ich immer wieder den Hörer ab, lese die Nachrichten, bleibe freundlich. Ich versuchte sogar mal die andere Taktik, verletzend sein, vor den Kopf stoßen. Das klappte, aber nicht mit dem gewünschten Ergebnis. Diese Katzenhaare, zu hartnäckig. Was nun, wenn ich jemand anderes, neues in mein Leben lasse, der gegen Katzenhaare allergisch ist? Eine Zeit lang mag man das noch tolerieren, aber irgendwann … „Entweder die Haare oder ich“, mir klingt das quasi schon im Ohr, und diese Entscheidung … ist eigentlich eine ganz leichte. Eigentlich. Vielleicht sollte ich meinem Gewissen mal in den Allerwertesten treten, dass es mir – zu Unrecht – vorgaukelt, ich hätte immer noch  was gutzumachen. Man stelle sich mal vor, der Ex-Wäscheberg fände in absehbarer Zeit eine neue Bleibe, einen neuen Schrank und eine neue Waschmaschine, die sich mit gewünschter Hingabe um ihn kümmert. Bliebe ich da nicht endlich links liegen? Die Ex- und die Neuwaschmaschinen sind nämlich zumeist völlig inkompatibel und kaum im selben Raum zu halten, weiß Fräulein Erfahrung, zum heutigen Zeitpunkt um einige Falten und graue Haare reicher. Fragte dann noch jemand nach mir?

Ja, liebe Waschfrau, so geht es mir zur Zeit. Im Grunde gut, die üblichen Zweifel, nichts, was mich allerdings verzweifeln ließe. Eine Antwort werde ich nicht bekommen, denke ich mal. Eigentlich schreibe ich Ihnen auch nur, um mich abzulenken. Von anderen Briefen, die geschrieben gehören, zu denen ich mich aber auch nicht überwinden kann. Verdrängen und vermeiden, aber das gehört auch der Vergangenheit an. Wir beide wissen, nicht wahr, wie befreiend ein Brief sein kann. Und deshalb gehe ich das jetzt an. Jawoll. Und wenn ich damit fertig bin, dann folgen vielleicht noch weitere Briefe. Um Dinge endlich abzuschließen, Dinge endlich anzusprechen. Sich von den Worten befreien, die einem schon die ganzen Zeit Herz und Hirn blockieren. Rausschreiben. Freischreiben. Deshalb.

Liebe Waschfrau: danke. Für alles. Vielleicht sogar fürs Lesen, man weiß ja nie, ob und wo man sich ein zweites Mal im Leben begegnet.

Atemnotauslösendefamosumarmerin

Großartige, rebloggenswerte Gedanken zu einer, ja, ich würde sagen, lebens-wichtigen Sache, nach der viele von uns streben, die in einem einzigen Moment mehr ausdrückt als alle Worte in jeder Sprache dieser Welt, und die von manchen leider erst dann geschätzt und vermisst wird, wenn sie nicht mehr verfügbar ist. Großartig.

Die sich gerne den Atem rauben lassende
Mme C.

… und hier noch zwei nette Artikel zum Thema:

10 Reasons Why We Need at Least 8 Hugs a Day
“We need four hugs a day for survival. We need eight hugs a day for maintenance. We need twelve hugs a day for growth.”

Personal Growth – Have you hugged anyone lately?
„And when a two-year-old cries, to comfort him, you do not philosophize but hold him on your lap.“

Stromlos.

Stromlos geschaltet. De-energized. Still. Bewegungslos.

Mein Geist befindet sich im Pause-Modus. Zur Zeit will nichts so recht gelingen, nichts neues kommt hervor. Ein, zwei Versuche habe ich unternommen, aber dort, wo sich sonst ein roter Faden spinnt und Anfang, Mitte und Ende miteinander verknüpft, blicke ich ins Leere. Nun macht mich das zwar unzufrieden, aber nicht so sehr, dass es mich unglücklich macht. Es ist eben nicht an der Zeit, Neues zu schaffen. Anlaufschwierigkeiten sind aller Jahre Anfang. Der Januar ist für mich der zäheste Monat überhaupt.

Es wollen Dinge geregelt werden, reale Dinge, die meine Energie fordern. In der ersten Februarwoche wird ein dicker Schlussstrich gezogen, formal. Formalitäteninduzierend. Kleinigkeiten. Aber die gehören halt geregelt. Ich habe den Berg überschritten, und, wie sonst auch, sieht er vom Jetzt aus betrachtet doch nicht so groß und mächtig aus. Auch der war zu bewältigen. Ein bisschen schade, dennoch. Das, was im Rückblick nun gar nicht mehr so schwierig aussieht wie zu Beginn der Reise – kann man sich über dessen Bewältigung eigentlich gebührend freuen? Es stellt sich ein Gefühl von „Noch mal bräuchte ich das nicht, aber wenn, dann wüsste ich immerhin, wie es zu handhaben ist“ ein.

Stumpft man ab? Nimmt man mehr und mehr hin? Oder ist das jetzt einfach diese zähe Jahresanfangszeit, in der so vieles zu regeln ist, dass man sich kaum an den schönen Dingen erfreuen kann, die sie bietet? Bieten könnte, wenn man es zulässt? Es ist Wochenmitte, und ich freue mich schon auf das Wochenende. Ohne Arbeit. Ohne Strom, ohne Druck. Da werde ich Energie tanken. Bis dahin ist noch einiges zu erledigen, aber dann wird die Welt für ein paar kleine Momente still stehen, und ich auch. In diesen Zeiten ist selbst für Mme Contraire Stillstand eine willkommene Abwechslung. Und danach, mal sehen, werden die Versuche vielleicht doch noch zu Erfolgen.

Stromlos also. Und dennoch gespannt. Für den Moment aber lehne ich mich erst mal zurück, hoch oben auf meinem Ausguck, schließe die Augen und höre zu, was mein Inneres mir zu erzählen hat.

Wortstrom: Herz¦los¦welt, Basiskonfiguration

Aufraffen.

Immer wieder aufraffen. Immer weitermachen, nie zurückschauen. Vergangenheit macht schwach. Voran, voranschreiten musst du, Schritt um Schritt, auch wenn es langsam geht, einen Fuß vor den anderen, nicht stehenbleiben. Denn dann stehst du. Stehst.

Und raffen.

Immer weiter raffen, mit vollen Händen raffen. Sammeln, anhäufen, was immer glücklich macht. Was immer dir vorgaukelt, dein Glück zu sein: Raff es auf, lass nichts liegen, was zurückbleibt, geht dir verloren. Auf immer. Das wird dir fehlen. Ewig.

Waffen.

Bau dir ein Schutzschild. Verteidige dich mit Waffengewalt. Lass nichts durchgehen, sondern schieß zurück. Geschütze prallen an deinem Schutzwall ab. Lass nichts durchdringen, es bringt dich sonst um. Dein Schutz, dein strahlendes Lächeln, damit blende deine Gegner. Und dann schlag zurück.

Affen.

Sei dir sicher, jeder macht dir etwas vor. Vertrau keinem, lass dich nie fallen, sei nicht schwach. All die Affen wollen dich nur äffen. Vertrauen macht schwach. Und du willst nicht schwach sein. Nie.

Erschaffen.

Glückwunsch, deine neue Welt ist jetzt perfekt, in der es immer weiter geht, es keinen Stillstand gibt, all deine Sinne unterhält, du dir Glück erkaufst und nie mehr Schmerzen fühlst, dich kein Mensch mehr aufwühlt, und du allein regierst, du kleiner Herr über deine Gefühlswelt. Klingt gut, wie wir’s grad eben konfiguriert haben? Dann unterschreib schnell hier und hier – das ist ein Gratiskuli -, und gib dein Herz bei dem Mitarbeiter an der Kasse ab. Wir kümmern uns um die Entsorgung.