Und ich so …

… zum Tag, als wir uns beim Frühstück begegneten:
– „Hey, Montag. Und?“
Und der Tag so:
– „Hey.  Erst mal’n Kaffee.“

Nach dem Frühstück, Rechner hochfahren, anstehende Arbeiten erledigen – soweit der Plan. Nach fünf Minuten ich dann so:
– „Hey Montag, sag mal … kann das sein, dass du heute scheiße drauf bist?“
Und der Tag so:
– „Hä, wie jetz‘?“
Und ich so:
– „Hier. Kann mich nicht einloggen. Hab alles richtig gemacht. Hotline angerufen. Die wissens auch nicht. Dann  die Sache mit der Bank. Nur Idioten, wie’s scheint. Und emotional – ey, frag nicht! Zum Ausrasten heute!“
Kurze Pause.
Der Tag dann so:
– „Hm.“
– „Hm, was hm?“
– „Ei ja … „

Scheißtag! Und es ist nicht mal 11 durch! Wenn er das jetzt wieder gut machen will, damit ich am Ende dieses Montags sage, dass es ein immerhin okayer Tag war, dann müsste er …

– dafür sorgen, dass mein Rechner jetzt stante pede funktioniert, aber hallo!
– die Bank mich anruft, mir die Füße küsst und mich fortan als Lieblingskundin behandelt
– gewisse Personen sich im Laufe des Tages bei mir für ihre ungerechte Haltung und emotionales Unterdrucksetzen entschuldigen

Mindestens mal! Und den Rest erledige ich lieber selbst – da weiß man, dass es auch erledigt wird. Ich freu mich trotzdem auf morgen, denn der Tag wird mit Sicherheit besser. Aber hallo. Einen Sündenbock für eigene Unzulänglichkeiten finden ist ja so toll und zielführend …

Update, 13:00 Uhr:
– „Ey! Montag! Jetzt reiß dich aber mal zusammen!“ schreie ich über den Flur. Hat mir der Depp nicht gerade den Wäscheberg noch vorbeigeschickt, der sich wieder in Selbstmitleid erging? Und ich muss mich jetzt fragen: Ist es wirklich ok, da hart zu bleiben und das Spiel einfach mitzuspielen, bis er wieder geht und anschließend denken, jup, war die beste Entscheidung meines Lebens? Ist das nicht herzlos? Ist es. Er ist mein Herz los, und nichts kann das ändern. Hab ich ihm auch gesagt.

Dienstag, Dienstag … dein Vorgänger hinterlässt dir ne Menge Arbeit, um Mme Contraire wieder in Stimmung zu bringen …

Update, 16:00 Uhr:
– „Montag? Hallo?“ Ich laufe den Gang auf und ab und suche ihn, den Montag, der mich heute so fertig macht. Ich muss jetzt doch mal nach ihm schauen, er hat sich vorhin in die hinterste Ecke verdrückt, weil ich ihn angebrüllt habe. Nicht gerade freundlich, aber mit Recht. Denke ich. Zwischenzeitlich gab’s da eine freundliche kleine Nachricht, die mich zum Lächeln gebracht hat; Ein Anruf von der anderenBank (die, zu der ich hin will, nicht die oben erwähnten Idioten) – Frau Contraire hier und Frau Contraire da, und eine Einladung zum Weltspartag hab ich auch bekommen; und eine Absage von einem dieser Emotionsdruckverursacher, den ich heute Abend zum Tachelesreden herbeordert hatte. Mir recht, nach dem ersten Aufregen. Klingt für mich nämlich nach Schwanzeinziehen und das Feld räumen. Warten wir’s ab. Bevor ich voreilige Schlüsse über die Gesamtqualität dieses Tages ziehe. Ich melde mich garantiert später noch mal.

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17 Gedanken zu “Und ich so …

  1. Wenn jemand mit Deinem Talent für schöne Sprache zu Formulierungen wie „Und ich so …“ greift, dann merkt man, dass der Tag schei… läuft. Fühl Dich gedrückt. Hier ist es wenigstens noch einmal warm.

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