Be pineapple!

Es ist hart, so hart zu sein, wie es die momentane Situation erfordert. Eben noch verzweifelt vor einem Riesenberg Wäsche, dann plötzlich befreit und erleichtert, aber mit allen Konsequenzen.  Die aussortierten Teile haben zwar begriffen, warum sie aussortiert wurden und dass es kein Zurück mehr in meinen Kleiderschrank gibt (in dem davon abgesehen sowieso kein Platz ist, bevor ich nicht den nächstgrößeren Schrank bezogen habe). Aber sie quäken noch und stinken ganz fürchterlich. Je länger sie verharren, desto schlimmer wird es. Sie müssten mal raus an die frische Luft – ist ja nicht so, dass sie unbrauchbar wären, sie passen mir nur einfach nicht mehr. Ich mag sie nicht mehr haben.

Und jetzt stellen sie auch noch Ansprüche. Entschädigung ob des verlorenen Platzes im Kleiderschrank. Völlig überzogen, meint die Waschfrau. „Bleiben Sie hart! Sie haben so gut gearbeitet“, ermutigt sie mich. Die nächsten Schritte stehen schon fest, erst mal zurück und aufräumen, putzen, alles wieder herrichten, was in der letzten Zeit verfallen und vergammelt ist. Herzpflege betreiben, Zukunft erfühlen, Freiheit genießen. Und eben viel arbeiten. Gestern, als Worte nicht mehr halfen,  habe ich die letztens beschriebenen härteren Bandagen rausgekramt und den aussortierten Stinkeberg mal sanft angestupst, damit er sich mal bewegt. Am besten weit weg. Sollte das nicht helfen, müsste ich mal mit der Mistgabel ran, aber auch da hab ich einen erfahrenen Mistgabelfachmann an der Seite, der weiß, wie sie effektiv zu führen ist. Am Blutvergießen liegt mir nichts, das befleckt nur die eigene Seele. Aber ich lass mir auch nicht mehr das Herz aus dem Leib und die restlichen Klamotten, die mir geblieben sind, vollends runter reißen. Irgendwo gibt’s Grenzen der Gutmütigkeit. Peinlich vor allem, wenn man im Nachhinein hört, dass der Klamottengestank anderen schon unangenehm aufgefallen ist. Hat sich bloß keiner getraut mal was zu sagen.

Dazwischen immer wieder mal Lichtblicke. Heute Abend gilt’s, mal wieder Mädchen zu sein und vor allem kulinarisch die schönen Seiten des Lebens zu genießen. Es lebe die Ananas!

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