Abstinent

Ich habe mich in letzter Zeit ein wenig in Abstinenz geübt. Vor allem nichts geschrieben hier, aber auch versucht, mal einen Monat oder sogar länger nichts beim in Misskredit geratenen Online-Versandhandel zu bestellen. Auch bei der Ernährung achte ich zur Zeit darauf, mir nur  – naja, hauptsächlich – Gutes zu tun und auf eher nicht so Gutes zu verzichten (außer Schokolade, DAS würde ich keine Woche überstehen!).

Positive Effekte? Schon! Ich bin immer noch brav dabei, mit meiner Waschfrau zu arbeiten, bin gelobt worden und habe neue Erkenntnisse über mich gewonnen. Feine Sache. Meine Arbeit und die sonstigen Aufgaben erledige ich ebenfalls brav und finde sogar Zeit wieder zu lesen – gut, Zeit zum Lesen ist immer, nur der Kopf fehlt oft. Den habe ich also auch. Mir scheint, mit mehr Kopf ist es auch möglich, die schönen Dinge im Leben (die es ja durchaus gibt, auch wenn man über Schlaglöcher fährt und sich über die Menschheit insgesamt aufregt) zu sehen und zu spüren. Gleich zu drei Gelegenheiten wurde mir bewusst, dass ich ja nicht am Faden hänge und mich fremdsteuern lasse, nein! Sondern, dass ich selbst etwas bewegen kann, und sei es nur durch eine Kleinigkeit; ein Brief, der beim Empfänger nicht nur physisch, sondern auch im Herzen angekommen ist; einen kleinen Funken Inspiration pflanzen und sehen, dass er prachtvoll erblüht; ein Ohr leihen und eine Freundin dafür bekommen. Schöne Dinge, die mich an mich selbst glauben lassen.

Und derart motiviert reifen Pläne in mir, weiterzugehen, nicht nur den Kleiderschrank auszumisten, sondern auch die Küche, den ungeliebten Wohnzimmerschrank, umsortieren, ganze Räume umorganisieren und zum Teil renovieren – das zwar nicht allein in meinem Kopf, aber ich denke, sobald ich anpacke, meinen Lebensraum zu verändern, zu verbessern, verbessere ich meine Gesamtsituation. Das mal als Plan der nächsten Wochen.

Abschließend möchte ich noch auf Lesestoff hinweisen. Diese Dame hier bloggt noch nicht so lange, scheint aber ein angeborenes Talent dafür zu haben, gut zu unterhalten. Ich lese regelmäßig gerne ihre kleinen und wirklich amüsant beschriebenen Alltäglichkeiten, meine sogar, zwischen witzigen Formulierungen auch etwas Melancholie zu entdecken und freue mich einfach, dass jemand hierher gefunden hat und mit so viel Spaß an der Sache schreibt. In jedem Fall eine Inspiration, das Leben nicht immer so verbissen zu sehen. Vielleicht versuche ich mich demnächst auch mal an einer amüsanten Geschichte – ich schicke meine Schwermütigkeit einfach mal in den Urlaub und probiere ein wenig herum. Möglicherweise wird’s ja was!

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