Tiiief durchatmen …

… und auf Aktualisieren klicken.

Seit einigen Monaten, eigentlich seit Beginn dieses Blogs, habe ich ein paar Gedichte hier eingestellt, sie aber nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In letzter Zeit hat immer mal wieder wer draufgeklickt, um dann nichts weiter als den Hinweis zu erhalten, dass ein Passwort zur Ansicht erforderlich ist.

Gut, nun habe ich mal den Bereich Wortbasteleien freigeschaltet. Darin gibt es ein paar meiner Gedichte zu lesen – sie sind, für mich, ein sehr persönlicher Teil von mir und mussten zum Teil sehr lange warten, bis sie jemand lesen darf. Jemand – das seid ihr jetzt. Geht bitte behutsam mit ihnen um.

Also. Tief durchatmen. Und auf Publizieren klicken.

Gehen und doch bleiben …

… und im Bleiben gehen.

Das ist die erste Zeile eines Sonnetts von Lope de Vega, das mir während des Studiums über den Weg gelaufen ist und mich seitdem nicht loslässt. Alle paar Jahre unternehme ich einen eigenen Übersetzungsversuch – irgendwo hatte ich auch mal eine sehr gute Übersetzung aus einem Buch herauskopiert und dem mir eigenen Chaos übergeben, also bleibt sie bis heute unauffindbar. Bisher ist es mir nicht vollständig gelungen, eine adäquate Übersetzung anzufertigen.

Lope und ich – unsere Verbindung dauerte einen Frühling lang, als ich sein Sonett Qué tengo yo, que mi amistad procuras für eine Hausarbeit interpretieren sollte. Ein Frauenheld und Abenteurer im spanischen Siglo de Oro, schreibt über Glaube, Liebe, Ehre, erlebt den Untergang der spanischen Armada aus nächster Nähe, heiratet, verführt, hat zahlreiche Affären, wird Priester und prägt nebenbei das spanische Drama. Nein, ich bin kein Lope-Spezialist, dafür dauerte die kleine Interpretation (und der Frühling) nicht lange genug. Aber es fasziniert mich schon noch, jedes Mal wieder, wenn nur irgendein kleiner Fetzen aus seinen Sonnetten durch mein Hirn schwimmt.  Schade, schade, dass ich hier keine Übersetzung zur Verfügung stellen kann, mit der ich wirklich zufrieden wäre. Zufrieden wäre ich mit einem deutschen Text, der, wie das Original, beim Lesen die Haut brennen lässt und sie gleichzeitig mit Gänsehaut übersät. Ein Gefühl hervorruft, das sagt: „Und genau so ist es“. Leider scheitert das ja schon an der Sprache selbst …

Ir y quedarse, y con quedar partirse,
partir sin alma, y ir con alma ajena,
oír la dulce voz de una sirena
y no poder del árbol desasirse;

arder como la vela y consumirse,
haciendo torres sobre tierna arena;
caer de un cielo, y ser demonio en pena,
y de serlo jamás arrepentirse;

hablar entre las mudas soledades,
pedir prestada sobre fe paciencia,
y lo que es temporal llamar eterno;

creer sospechas y negar verdades,
es lo que llaman en el mundo ausencia,
fuego en el alma, y en la vida infierno.

(Félix Lope de Vega Carpio, 1562 – 1635)

Un¦selbst¦über¦windung

Meine Waschfrau klopft mir auf die Schulter, aufmunternd. Sie sagt nichts, alles andere würde ich ohnehin gerade nicht hören wollen. Ich sitze vor einem Berg Wäsche, riesig ist er, sagt mein Gefühl, und heule wie ein Schlosshund. Vielleicht ist das objektiv betrachtet gar nicht so schlimm, aber gerade jetzt, subjektiv wie es mir nun mal einzig möglich ist, glaube ich, ich schaffe das nicht. Niemals nie.

Ich saß schon öfter vor gefühlt riesigen Bergen und wusste nicht, ob ich sie bezwingen werde. Wie sich Verzweiflung anfühlt, das weiß ich. Also Augen geradeaus, angepackt und durchmarschiert und plötzlich, ja, plötzlich war ich ganz oben. Im Rückblick sind all diese bezwungenen Berge lächerlich klein gewesen. Abitur, Studium, Diplom. Praktikum, Job, Eigenheim. Und so vieles mehr. Rückschläge gab es, aber sie waren selten. Ich bin es gewohnt, bin bisher ein erfolgreicher Bergsteiger und -bezwinger gewesen.

Und jetzt? Ich sitze immer noch vor dem Wäscheberg, verheult und unfähig, und weiß nicht, wie und wo ich anpacken soll. Am liebsten würde ich all den Kram in Tüten stopfen und ungesehen wegwerfen – jemand anders freut sich vielleicht noch darüber. Aber die Entsorgungstaktik geht bekanntlich nicht auf. Das ist mein Leben, das da vor mir liegt, und es gehört unbedingt ausgemistet und neu geordnet. Es einfach wegzupacken und irgendwo, irgendwie etwas Neues anzufangen, das geht nun mal nicht. Ich würde daran zerbrechen. Zu einem Neuanfang gehört nun mal jede Menge dreckige Wäsche, sagt meine Waschfrau. Ach Mensch.

Wenn ich dann, wann auch immer das sein wird, auf dem erklommenen Berg stehe, relativiere ich das Ganze hoffentlich nicht gleich wieder und erinnere mich immer an das,  was ich jetzt gerade empfinde. Auf dass ich zukünftig gleich mehr Ordnung halte in meinem Leben. Damit mir das hier so schnell nicht mehr passiert.

Valentinsmiez

Monsieur Erdbeernase und ich hatten Gelegenheit unsere Beziehung in den letzten Wochen zu intensivieren. Mittlerweile schaut der junge Herr zu regelmäßigen Zeiten vorbei (pünktlich zum Mittag) und liegt meist schon auf der Lauer, sobald meine Haustür sich öffnet. Nachdem ich die alten Vorhänge im Wohnzimmer gegen neue, schicke und vor allem noch durchsichtigere Rollos ausgetauscht habe, bevorzugt er es zudem, das Fenster als Ein- und Ausgang zu benutzen. Da verstehen wir uns ohne Worte.

Der Charmeur mit dem Schokopunkt auf der Nase – er ist mittlerweile im Besitz einer eigenen Kuscheldecke, die seiner Fellfarbe schmeichelt und meine Couch vor versehentlichen Kratzern und langen weißen Katzenhaaren schützt – ist wieder zu Besuch. Heute ist er besonders anhänglich. Wir kuscheln und kuscheln, er gibt wohlige Laute von sich und ich bin ganz fasziniert: mit Vorliebe rollt er sich von einer Seite auf die andere, bleibt auf dem Rücken liegen und streckt seine Gummipfötchen von sich, immer abwechselnd. Zum Knutschen, wirklich. Mein Herz läuft über vor Zuneigung zu diesem Fellknäuel. Ich nehme sein Köpfchen in meine Hände, schaue ihm in die grünen Augen. Ich möchte sein rosa Erdbeernäschen küssen – nein, ganz so weit geht die Tierliebe bei mir nicht. Oder doch?

Gut, ich sehe ihm also in die Augen und da strömt es plötzlich aus mir heraus: „Ich hab dich sooo lieb, du Kleiner. Weißt du eigentlich, wie glücklich du mich machst?“ Boaaah nein! Wie in einem dieser wirklich schlechten Filme! Zwar hat das niemand gehört, aber irgendwie ist es mir jetzt doch peinlich. Liegt das am valentinskommerziellen-süßklebrigen Gesülze aus dem Radio? Monsieur hat anscheinend auch die Nase voll, rollt von der Decke und möchte nach draußen gelassen werden. Na prima.

Ich sinniere noch ein Weilchen über die Tatsache, dass ich gerade einer Katze – die nicht mal mir gehört – meine Zuneigung gestanden habe. Gibt es da etwas aufzuarbeiten? Beziehungsmuster zu überdenken? Mir Gedanken über gewisse tickende biologische Uhren zu machen, die den Wunsch in mir wecken, irgendwas Kleines, Niedliches im Arm zu halten, mit Fell oder ohne? Ist Monsieur wirklich das, was ich immer wollte? Ein kleiner, dicker, über und über behaarter Kindskopf, der mir überall hin nachläuft, offensichtlich klammert, bei mir pennt und kuschelt und anschließend gruß- und danklos wieder durchs Fenster verschwindet? Was kann ich von so einem schon erwarten ….

Tumult entsteht vor meinem Fenster. Erdbeernäschen tigert sehr nervös auf und ab, späht durch Rollo und Scheibe, seine Augen suchen mich. Den Grund für seine Aufregung habe ich schnell ausgemacht: er trägt eine dicke Maus zwischen seinen Fängen. Und die will er mir stolz überreichen. Hilfe. Das geht nun aber schnell. Ich muss mich erst sammeln, was  mache ich denn jetzt? Offensichtlich dauert es Monsieur zu lange, bis endlich das Fenster aufgeht, er verzieht sich in eine Ecke des verschneiten Gartens und verspeist seine Beute, ohne sie wie geplant mit mir zu teilen. Dem Himmel sei Dank. Dennoch weiß ich dieses Zeichen zu deuten und nehme mir vor, meinen Herzenskater nachher gebührend zu loben und mit einem Leckerli zu belohnen. Er hat es nämlich gewagt, es mir gleichzutun und die nächste Ebene unserer Beziehung zu beschreiten, indem er mir seine Zuneigung mittels einer gefrorenen Maus mit tiefen Bissspuren und bemerkenswert langem Schwanz offenbart. Und ich, die Leihkatzenmama, ich bin wahnsinnig stolz auf meinen kleinen verwegenen Jäger.

Ein denkwürdiger Valentinstag, möchte ich meinen.

Albernheiten

Heute ist wieder Waschtag. Meine Waschfrau schaut mich über den Rand ihrer strengen Brille hinweg an. Spiegelt sich darin etwa Vorwurf? Amüsement? Jetzt wandle ich schon seit über drei Dekaden auf dieser Welt, und ich bin immer noch nicht in der Lage, Blicke, geschweigedenn Sarkasmus bei anderen zu deuten. Dr. Cooper lässt grüßen.

„Sie haben sich tatsächlich ein Hello-Kitty-Shirt gekauft? Gleich zwei davon?“ fragt sie, es klingt einigermaßen neutral.
„Ja, äh … für Karneval. Genau. Und die waren im Angebot.“
„Wir haben Aschermittwoch. Sie tragen gerade eins davon.“

Herrje, wie komme ich da wieder raus. Mein Kleiderschrank quillt über, es ist weiß Gott genug zu tun. Und ich erliege einem Anflug von Albernheit, schiebe Gedanken an zu flickende und zu entsorgende Wäsche beiseite und erstehe zwei bockhässliche Hello-Kitty-Shirts. Mit Glitzer. Auch noch in Kindergröße. Für 3,99 € im Ausverkauf.

„Wissen Sie…“, beginne ich, und fühle mich ganz plötzlich sehr klein mit meinen 1,70 m, mit hängenden Schultern kratze ich mir nervös den Hinterkopf. Da fällt mir etwas ein. „Sie und all die anderen, die sagen immer, ich soll mal locker bleiben. Einfach mal Spaß haben ohne immer zu grübeln. Tja, und das hab ich gemacht. Ich hab die beiden Teile einfach so aus einer Laune raus gekauft, ohne drüber nachzudenken, wie albern das an mir aussehen könnte, oder was die Leute sagen. Oder was Sie dazu sagen. Ich hab’s einfach gemacht.“

Meine Waschfrau blickt mich an, von oben bis unten, noch immer kann ich ihren Gesichtsausdruck nicht wirklich deuten. Was soll schon passieren? Soll sie mir einfach die Wäsche vor die Füße werfen? Wird sie nicht, sie hat mir versprochen, dass sie mir helfen wird. Eigentlich macht sie auch nicht gerade viel. Sie schaut sich nur die Einzelteile meines Kleiderschranks an und versucht mit Fragen herauszufinden, was von all dem Plunder noch getragen wird und was weg kann. Den Rest, das Waschen, Aufhängen, Ausbessern, Bügeln und Zusammenlegen bleibt dann wieder mir überlassen. Aber irgendwie hilft es mir trotzdem sehr.

Den Blick immer noch mit der Brille auf der Nasenspitze auf mich gerichtet, ist sie endlich fertig damit, mich von oben bis unten abzuscannen. Ein Lächeln huscht ihr über ihr weises Gesicht. „Steht Ihnen gut!“. Hab ich mich gerade verhört oder…?

„Ich geb Ihnen heute Nachmittag frei. Gehen Sie in die Stadt und kaufen sich noch die passenden Socken dazu.“ Ich muss gerade aus der Wäsche – dem Wäscheberg – gucken wie ein Auto. „Okaaay…“ wage ich einen Versuch.

„Bringen Sie mir auch welche mit?“ fragt sie und lächelt dabei unglaublich charmant.
„Äh, welche Größe?“ – „42.“

Modezweifel

Wer kennt sie nicht, die modischen Ratschläge von Müttern und Großmüttern:
– „Warum ziehst du dich nicht mal ein bisschen poppiger an? Du kannst das doch tragen. Das knappe rosa Teil sieht immer so süß an dir aus!“ Das war die mütterliche Modemeinung.
– „Kind, wie läufst du wieder rum? Gehst du zu einer Beerdigung? Wenn wir mal wieder in der Stadt sind, kauf ich dir ein Blüschen mit Puffärmelchen, das kleidet immer!“ Und das die großmütterliche Weltanschauung.

Ich bin meiner Waschfrau, die mir zur Zeit beim Ausmisten meines Kleiderschranks behilflich ist, sehr dankbar, dass sie mich mit solchen Kommentaren verschont. Egal welches Teil sie aus dem Wäscheberg zieht, und sei es noch so verwaschen oder löchrig oder unangebracht – sie nimmt keine Wertung vor, sondern fragt lediglich: „Tragen Sie das noch?“ Macht mich auf Webfehler, Schäden oder fehlende Knöpfe aufmerksam, doch am Ende entscheide ich, was ich behalte oder loswerden will.

Bei einem Teil kämpfen wir noch. Ein betagter Pullover, die Farben verblasst vom vielen Waschen, über und über mit gestopften und wieder aufgerissenen Löchern und Nähten. Ich trage ihn seit Jahren, genauer seit über einem Jahrzehnt, täglich, pflegte und verwöhnte ihn mit extra sanftem Waschmittel und Weichspüler. „Natürlich können Sie versuchen, das zu reparieren. Sie müssen sich nur klar darüber werden, ob sie das auch wirklich wollen.“

Vieles ist Gewohnheit. Die Kombinationsmöglichkeiten sind beschränkt, wenn man sich auf ein Lieblingsteil festlegt, das nun mal gewissen modischen Restriktionen unterliegt. Passt mir der Pullover noch, oder habe ich mich an seine Form angepasst? Nicht leicht zu beurteilen, wenn man gerade dabei ist, sich zu verändern, zu wachsen und sich auszudehnen zu expandieren (klingt etwas weniger nach „fett werden“). Wächst der Pullover mit? Wie viel Elastizität darf ich ihm zutrauen, um wie viel ist er bereit sich mit auszudehnen? Ich ziehe ihn seit Tagen probeweise über, er zwickt an manchen Stellen, juckt und kratzt. Und dennoch ist er gewohnheitsmäßig bequem, sein Geruch ist mir vertraut, ich kenne jede ausgebesserte Stelle und seine gesamte Textur. Und trotzdem will er nicht so recht zu mir passen.

Aber wenn ich ihn jetzt aussortiere, bin ich erst mal unbekleidet. Bin ich schon so weit, mich aus mir selbst heraus zu wärmen? Bin ich so weit, Kleidung zu tragen, die mehr von meinem Ich nach außen sichtbar macht, anstelle es zu verhüllen? Die Angst, sich angreifbar zu machen, überwiegt noch. Ich denke, ich werde meine Waschfrau noch das eine oder andere Mal um Rat fragen. Vielleicht, wenn wir uns etwas besser kennenlernen, kann sie mir ein paar Tipps geben, womit ich meine Persönlichkeit – mein ichiges Ich – besser unterstreichen kann und welche Farben und Schnitte ich besser meiden sollte.

Still … a long way to go. Mit viel Wasser und Seife.

Waschtag…jahr

„Denk nicht so viel nach“, „Mach’s dir doch nicht selbst immer so schwer“, „Bleib mal locker“…

Danke für die vielen tollen Ratschläge. Ich soll die Gedanken, die mich schwer beschäftigen, loslassen. Einfach loslassen. Fallen lassen, wegwerfen. Wie kann ich das? Das bin ich, das ist mein Leben, das sind meine Gedanken. Und sie verdienen Beachtung.

Dass das mit der Seelenmüllhalde nur bedingt funktioniert hat, dass mich dann der Gestank weggeworfener Gedanken und Emotionen dann doch sehr belästigt hat, bewog mich zur Annahme, dass aufarbeiten vielleicht doch am Ende effizienter ist als entsorgen, Augen verschließen, es nicht mehr an sich herankommen lassen. Jetzt heißt es erst mal nicht mehr Ärmel hochkrempeln und weiter geradeaus marschieren, auch wenn der Blick in die Zukunft vernebelt ist. Eben mal nicht ignorieren, was da in meinem Kopf durcheinanderwirbelt – unmittelbare Vergangenheit, weit Zurückliegendes, verquirlt mit neueren Rückschlägen und tagesaktuellen Aufregern. Eben mal nicht meine Bedüfnisse hinten anstellen, wenn so viele andere Dinge für andere Leute wichtiger erscheinen.

Nope, definitiv. Jetzt bin ich mal dran. Selbst dieser Satz fällt mir immer noch schwer, deswegen sag ich ihn vielleicht auch so oft, leise vor mich hin, etwas lauter zu anderen, eine Art Rechtfertigung, warum das Sitzungsprotokoll noch nicht fertig ist oder ich nicht angerufen habe oder, oder. Auch wenn keiner danach fragt.

Ich stelle mir die nächste Zeit so vor: Im Moment sieht es in mir aus wie in meinem Kleiderschrank. Alles mögliche an Klamotten, sprich Gedanken, Emotionen, Erinnerungen, liegt zerknüllt und ungeordnet in den Regalen. Manches liegt sogar unterm Schrank. Oder dahinter. Mache ich die Tür auf, fliegt mir gleich alles entgegen, und was ich suche, muss ich erst mal aus dem Riesenberg herauswühlen. Ah ja, Madame ist eigentlich ein totaler Chaot, wer hätte das geahnt. Was mach ich also?

Zunächst einmal erkennen, dass ich meine schmutzige Wäsche nicht ohne Hilfe bewältigen kann. Ich nehme nach und nach ein paar Stücke heraus, nicht groß geordnet, so wie’s eben kommt. Stopfe sie in die Waschmaschine, um sie von Staub und Mief zu reinigen. Ich lass sie mal durchchecken, nachdem die Einzelstücke getrocknet sind, ob man sie ausbessern muss, ob ich sie überhaupt noch brauche. Dann werden sie gebügelt und zusammengelegt. So leert sich hoffentlich langsam mein vollgestopfter chaotischer Kleiderschrank, und der Stapel mit sauberen, geprüften und schön gefalteten Erinnerungen, Emotionen und Gedanken wächst. Joa. Schrank auswaschen nicht vergessen. Und wenn ich dann irgendwann so weit bin, habe ich einen ordentlich aufgeräumten Schrank, aus dem mir nichts mehr entgegenfällt, in dem ich genau weiß, wo was ist, und wie ich damit umgehen muss.

Naja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.