Cold Standby

Mir kommt es so vor, als hätte es auf meiner Hauptplatine einen Kabelbrand gegeben – es schwelt immer noch, Brandgeruch liegt in der Luft. Irgendein Kurzschluss hat sich ereignet, Auslöser war vermutlich ein völliger Overload, ne Menge Überspannung, sozusagen. Wie bei komplexen Systemen üblich, ist die eingebaute Redundanz nach einem kurzen vollständigen Ausfall eingesprungen, aber mehr schlecht als recht, möchte ich behaupten. Ich hab die auch noch nie gebraucht. Ich glaube, die Leiterbahnen sind da nicht korrekt verdrahtet, hätte ich das Teil besser mal vorher ausprobiert, bevor wirklich was kaputt geht. Momentan scheint so gut wie alles im Energiesparmodus zu laufen. Die wichtigsten Programme arbeiten einigermaßen stabil, wobei „Daily nutrition“ auffällig mehr Ressourcen belegt als zuvor. Applikationen wie „Melancholy 3.0“ und „Self-doubt 1.1“ poppen immer wieder auf, obwohl ich dachte, ich hätte sie kürzlich dauerhaft von der Festplatte entfernt. Meine im Laufe der Jahre sehr teuer erstandene Version von „Contenance Premium Deluxe“ muckt bei jeder Gelegenheit und bringt mich oft in unmögliche Situationen. Und irgendwie kriege ich diese dämlichen Cookies nicht gelöscht, die mich bei jeder Suchanfrage immer wieder in dieselbe Sackgasse schicken. Ich weiß nicht, wie oft ich diese eine Schublade ein ums andere Mal aufgezogen und wieder zugeschoben habe, und es kommen immer noch Dämonen daraus hervor. Ich finde, da muss dringend was an der Konfiguration geändert werden. Leider habe ich wohl während des Totalausfalls meine Kontaktliste versehentlich gelöscht und damit die Nummer des Systemadministrators, der vielleicht in der Lage wäre, zumindest eine Schadensbegrenzung durchzuführen.

Abgebrannt ist abgebrannt. Kann man nur hoffen, dass die Ersatzplatine bald von selbst lernt, sich an die Systembedingungen anzupassen, damit es endlich wieder normal und störungsfrei vorangeht.

Ach so, die Telekom hat wieder angerufen …  Ich war so überrascht, dass ich nicht mal gleich wieder auflegen konnte. Der Mensch am anderen Ende war unglaublich freundlich und sprach darüber hinaus so sympathisch Kölsch, ich war fast amüsiert. Auf die Frage „Spreche ich mit Frau A.?“ musste ich sogar lachen und rief in den Hörer „Na-haaain!“ Meine Güte, ich muss jemanden finden, der mir schnellstens die Ersatzplatine richtig anschließt, das ist ja peinlich …

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