Vergangenes …

… Jahr war hart. Ich kann’s nicht oft genug sagen. Oder denken. Gesagt habe ich schon zu viel, zu oft, irgendwann hält man sich selbst nicht mehr aus, hält sich für ein altes Tonbandgerät, das immer dieselbe bereits leiernde Kassette abspielt, und man hofft tatsächlich inständig, das Magnetband möge endlich reißen, damit es ein Ende hat …

Hinterher kann man sich immer wundern, dass der Schmerz, den man noch vor einiger Zeit empfunden hat, der so schneidend und omnipräsent war, dass er einem bald die Luft zum Atmen nahm und den Blick trübte, dann doch mit der Zeit zu einem dumpfen Pochen wurde, verblasste und schließlich nur noch eine Erinnerung geblieben ist. Wozu dann das ganze überhaupt? Schmerz kommt, Schmerz geht. Aber er hinterlässt einen Haufen Gefühlsmüll. So muss das mit der Menschheit sein, wenn sie sich dann in ein paar Jahren selbst ausgelöscht hat. Was bleibt, ist unser Müll. Berge davon. Was tun mit unerwünschten, gebrauchten, verbrauchten Gefühlen, die allenthalben rumliegen nach einer Schmerzorgie des Vergessenwollens? Dem nächstbesten ins Ohr pressen? Denn darüber reden soll ja so hilfreich sein. Ist es auch, eine Zeit lang. Dafür hat jeder Verständnis. Eine Zeit lang. Doch das reduziert den Gefühlsmüll auch nicht auf das gewünschte Maß, nämlich auf null. Jaja, der Mensch kriegt den Hals nicht voll, in dem Fall: den Kopf nicht leer genug. Und es ist irgendwie auch verwerflich, weil man damit seine Mitmenschen auch noch mit  kontaminiert. Nein, nicht falsch verstehen. Ich weiß ein mir angebotenes offenes Ohr sehr zu schätzen. Meistens bin ich selber eins, aber eins aus ganzem Herzen, und ich weiß, wie kontaminiert und krank man sich hinterher fühlen kann. Zumal, wenn es einem dann dreckiger geht als dem betroffenen Gefühlsmüllentsorger.

Man spricht ja gerne vom Aufarbeiten von Gefühlen und Erinnerungen. Wie wäre es denn, wenn man Gefühle in einer Art psychologischer Abfallaufbereitungsanlage recyceln und die Überreste in praktische kleine Würfel pressen könnte, die man anschließend ins Eisfach legt um sich damit später einen Whiskey on the rocks  zu kredenzen? Mit dem man dann das, was der Schmerz letztlich noch hinterlässt, wenn er irgendwann verpocht und verschwunden ist, kompensieren kann: den bitteren Nachgeschmack.

Kein Whiskey on the rocks, sondern ein Glas Chardonnay auf alle, die mir im vergangenen Jahr zugehört haben, und vor allem auf diejenigen, die mich verlassen mussten und damit Schmerzverursacher waren. Ihr habt mich eine wichtige Lektion gelehrt, und dafür möchte ich dankbar sein.

Mme C.
(Cheers!)

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